Tex-Mex-Tornado fegt durch den „Kump“
30.08.2010 | 16:50 Uhr 2010-08-30T16:50:00+0200
Brilon. Bass-Chica Lucy „La Loca“ Ruppy schnappt sich schnell noch ein Glas Tequila, ein Biss in die Limette, hau weg das Zeug und dann bricht der Tex-Mex-Tornado los. Vom Feinsten. Sonntagabend dampfte der Kump. Gut und gerne 100 Leute quetschen sich in der Musikkneipe beim Club-Konzert von Tito & Tarantula.
Tito Larriva und seine Band haben spätestens seit ihrem musikalischen Beitrag zu Quentin Tarantinos Splatter-Kult-Movie From Dusk Till Dawn weltweit Bekanntheit erlangt. Als Tito im Kump das After Dark anstimmte, jenes legendäre Stück aus dem Film, mit dem die Band das Titty Twister, die verruchte Bar irgendwo an der Grenze zu Mexiko bewummert, fühlt man sich auch vom Derker Tor an den Rio Lobo versetzt.
Mit kraftvollen, energiegeladenen und immer schön lang nachhallenden Rhythmen, mal englisch und oft spanisch begleitet, bringt die Band die Menge in Schwingung. Auf Armlänge dran sind die Gäste ganz vorne dran an dem Quartett, das 2001 den Deutschen Fernsehpreis für die Beste Filmmusik erhalten hat. Für Der Schrei des Schmetterlings, auch eine Art Road-Movie um junge Liebe, Tod und Tränen, ein Melodram u.a.mit Hannelore Elsner und Dietmar Schönherr.
Dass die Band eigentlich vom Punk her kommt, beweist sie in dem ziemlich schrägen Stück German Fräulein. Darin erzählt Tito von einem eigenartigen zwischenmenschlichen Erlebnis auf der Reeperbahn, auf das hier nicht näher eingegangen werden soll. Der Song könnte von den frühen Beatles stammen, die ja vor einem halben Jahrhundert auf der Reeperbahn ihre Jugend verbrachten. Jedoch mächtig durch den Punk-Wolf gedreht.
Kump-Hausherr Gisbert Kemmerling hat das außergewöhnliche Konzert kurzfristig möglich gemacht. Samstagabend spielte die Band im Rahmen der von Kemmerling veranstalteten Zauberhaften Abende mit Madsen und Tony Mono am Jagdschloss Herdringen. Für den Abend hatte Kemmerling die Band in sein Briloner Wohnzimmer eingeladen. Der Hausherr musst sich in Herdringen jedoch um Atze Schröders Auftritt kümmern. War halt Pech.
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