Tashi und Barry lernen singend Deutsch

Singend Deutsch lernen, warum nicht? Barry und Tashi schauen zufrieden in ihre Noten und singen das mit, was sie so verstehen.
Singend Deutsch lernen, warum nicht? Barry und Tashi schauen zufrieden in ihre Noten und singen das mit, was sie so verstehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Sie kommen aus Tibet und Südafrika. Im Männerchor Brilon lernen Tashi und Barry singend Deutsch.

Brilon..  Ein bunter Strauß von Liedern, Chor-Arrangements und Musikstücken, die national und international bekannt sind, erwartet die Besucher beim großen Chor- und Ensemblekonzert am 31. Mai um 17 Uhr in der Aula des Schulzentrums Brilon. „Lieder der Welt“ eben. He, was ist denn da im Bass des Männerchors Brilon los? Tashi aus dem asiatischen Tibet und Barry aus dem afrikanischen Guinea machen dieses Register eindeutig bunter und bringen die Welt in den Chor.

Singend deutsch lernen, warum nicht? Barry und Tashi schauen zufrieden in ihre Noten und singen das mit, was sie so verstehen. Und dabei machen sie gleichzeitig noch eine Reise durch Europa, vom „Chianti“ bis zum „griechischen Wein“. Wie viele ihrer Mitsänger waren auch sie „Noch niemals in New York“. Ihr Integrationspate Reinhard Prange hatte versprochen, sie zur Probe des MC Brilon mitzunehmen und er hat Wort gehalten. Jetzt schaut er gemeinsam mit Barry in die Noten. „Wie viel Sonne, wie viel Freude da in unsere Herzen kam, als ich mein geliebtes Mädchen endlich in die Arme nahm.“ Na, es gibt unnützere deutsche Sätze, um hier Fuß zu fassen. Barry ist sehr zufrieden, zumal er inzwischen eine Arbeit hat und er im Chor gut aufgenommen wurde: „Ich mache weiter. Es macht viel Spaß, die Sänger sind sehr nett und ich kann so sehr, sehr gut Deutsch lernen.“ Tashi ist zwar nicht ganz so euphorisch. Aber bis zum Konzert singt er auf jeden Fall mit.

Chorleiter Hans-Joachim Senft ist mit beiden zufrieden: „Haben Sie einen schiefen Ton aus dem Bass gehört? Das passt schon! Diese Idee hilft vielleicht den beiden, die Deutsch lernen und Kontakte knüpfen, und sie hilft den Chören, die Nachwuchs suchen. Das wäre doch ein Modellprojekt für den Chorverband NRW!“

Alle Sänger nicken fleißig. Herbert Hoppe etwa betont: „Das ist doch toll. Wir brauchen Nachwuchs, bekommen Farbe in den Chor und rein von der menschlichen Seite ist das klasse. Es ist doch schön, Flüchtlinge so willkommen zu heißen.“

Gute Gemeinschaft

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Negative Einstellungen? Unter Sängern doch nicht! Alle im Raum schütteln den Kopf. „Ich habe viele positive Rückmeldungen auch aus meinem Umfeld bekommen, dass wir die Flüchtlinge im Chor aufgenommen haben“, so Sänger Reinhard Zwingelberg. Er freut sich, dass sich die neuen Sänger wohl in der Gemeinschaft fühlen und berichtet stolz, dass sie auch schon ein wenig Geselligkeit „danach“ erlebt haben.

Passend dazu soll es beim Konzert, das MC Brilon, Music-Factory, das Bläserquartett Dynamic Brass sowie die Solisten Sonja Harlinghausen und Fabian Mester gestalten, bunt werden. Das Geschenk an die Mitwirkenden kommt von ganz weit her und ist einzigartig. Mehr sei nicht verraten.