Streit um Schäferhündin landet vor Gericht

Schäferhundmischlingshündin Wakanda darf bei Karl-Heinz und Gabriele Schwarz sowie Familienhund Blacky in Essentho bleiben.
Schäferhundmischlingshündin Wakanda darf bei Karl-Heinz und Gabriele Schwarz sowie Familienhund Blacky in Essentho bleiben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Tierschutzverein wollte Wakanda zurück. Nach dem Tod des Frauchens wurde die Hündin aber in neue Hände gegeben.

Marsberg..  Schäferhundmischlingshündin Wakanda gehört seit sieben Monaten zur Familie. Ihn wieder herzugeben, würde Karl-Heinz Schwarz und besonders seiner Frau Gabriele das Herz brechen. „Der Hund gehört uns, auch wenn wir ihn weitervermittelt haben“, sagt der Tierschutzverein Marsberg mit seiner Vorsitzenden Elke Heinemann. So sehen es die Vereinsstatuten vor. Da lässt der Verein nicht mit sich reden. Er forderte den Hund zurück. Die Familie Schwarz wollte ihn nicht hergeben. Der Streitfall landete vor dem Kadi.

Streitwert 350 Euro

Die fünfjährige Schäferhündin darf jetzt bei der Familie Schwarz in Essentho bleiben, gehört aber weiterhin dem Tierschutzverein Marsberg. Vor dem Amtsgericht in Marsberg kam es in dem Streit am Mittwochmittag zu einem Vergleich. Die Familie Schwarz erkennt den Herausgabeanspruch der Hündin an den Tierschutzverein Marsberg an, als eine Bedingung des Vergleichs, ebenso den Tierabgabevertrag mit kleinen Einschränkungen.

Nach einer kurzen Verhandlungsunterbrechung, in der sich die Familie Schwarz mit ihrem Rechtsanwalt Ludwig Farrenkopf beriet, ging sie auf den Vergleichsvorschlag des Tierschutzvereins Marsberg, vertreten durch den 2. Vorsitzenden Peter Schreckenberg und Anwalt Matthias Röleke, ein.

Familie Schwarz nimmt Wakanda auf

Der Streitwert ist auf 350 Euro festgelegt. Über die Kosten des Verfahrens entscheidet das Gericht.

Der Streit um Wakanda schwelt seit Mitte Dezember. Um Weihnachten herum war die Hündin herrenlos geworden. Ihre Besitzerin aus Erlinghausen war verstorben. Die Erbin hatte das Erbe ausgeschlagen. Gabriele Schwarz war über einen anderen Tierschutzverein, der sich weiterer Tiere der Verstorbenen angenommen hatte, an Wakanda gekommen.

Ein kurz darauf eingesetzter Nachlassverwalter hatte den Hund dem Tierschutzverein Marsberg zugesprochen. Und der wollte ihn dann auch von der Familie Schwarz zurückhaben. Die aber wiederum wollte ihn nicht mehr hergeben. „Die Familie hat gut für den Hund gesorgt“, so Verteidiger Farrenkopf. Das hätte auch der Amtstierarzt bestätigt. Ein nochmaliger Trennungsschmerz sei Wakanda nicht zuzumuten, denn: „Auch ein Hund hat Gefühle.“

„Persönliche Animositäten“

Der TSV Marsberg befürchtete aber, dass der Hund nicht genug Auslauf bekommen könnte, erklärte Anwalt Röleke, warum der TSV den Hund damals unbedingt zurück haben wollte von dem „älteren Ehepaar, das gewissen körperlichen und geistigen Anforderungen als Arbeitshund nicht gewachsen“ sei. Anwalt Röleke: „Ein Hund darf auch nicht einfach von Dritten behalten werden. Was soll der TSV anderes machen, als ihn zurückzufordern?“ Alles andere sei eines Tierschutzvereins nicht würdig.

Die Familie Schwarz hätte den Hund im Dezember nicht einfach behalten dürfen, verwies er auf „persönliche Animositäten“ zwischen der Familie Schwarz und der Vorsitzenden des TSV.

Hund sollte zum Pferdehof

Es gehe darum, dass der Hund gut untergebracht sei und das wäre er, so Verteidiger Farrenkopf. Viel Bewegung sei gewährleistet. Farrenkopf: „Ich verstehe den TSV nicht.“ Der Hund wäre doch ohnehin in eine Pflegestelle gekommen.

Wie der 2. Vorsitzende Schreckenberg sagte, hätte die Vorsitzende Elke Heinemann Wakanda damals in eine besser geeignete Pflegestelle auf einem Pferdehof geben wollen. An Familie Schwarz gerichtet: „Wir hätten über alles reden können, wenn Sie mich nicht des Grundstückes verwiesen hätten.“

Mehrfach hätte Gabriele Schwarz den TSV gebeten, den Hund behalten zu dürfen, entgegnete Verteidiger Farrenkopf. So ging es hin und her. Wirklich einigen konnten sich die Parteien während der Verhandlung nicht. „Wollen wir hoffen, dass wir die richtige Entscheidung im Interesse des Hundes getroffen haben“, sagte Richterin Veltel nach der rund einstündigen Verhandlung.