Sternsinger ohne Nachwuchssorgen

Briloner Sternsinger bei einer Trink- und Aufwärmpause im Auto.
Briloner Sternsinger bei einer Trink- und Aufwärmpause im Auto.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Gibt es noch genug Kinder, die als Sternsinger unterwegs sind? Unsere Zeitung hat sich im Altkreis Brilon umgehört.

Altkreis..  Die bundesweite Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen feiern heute 2500 Sternsinger in Paderborn. Los geht es dann für die meisten Kinder und Jugendlichen am Dreikönigstag, 6. Januar. In diesem Jahr wird der Blick besonders auf Kinder gerichtet, die unter Mangel- und Unterernährung leiden. So lautet das Motto der Aktion 2015, an der sich Mädchen und Jungen als Sternsinger und zahlreiche ehrenamtliche Helfer in etwa 12 000 Pfarrgemeinden beteiligen, „Segen bringen, Segen sein - Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit“.

Doch gibt es überhaupt noch genug Kinder, die als Sternsinger unterwegs sind? Wir haben uns im Altkreis Brilon umgehört.

Stolze Zahl

„Bei uns haben sich so viele Kinder gemeldet wie selten zuvor“, berichtet Beatrix Wiese, die zum Organisationskomitee „Sternsinger“ in der Briloner Propstei-Pfarrgemeinde gehört. 150 Sternsinger sind es insgesamt für die Kernstadt. Diese stolze Zahl ist keineswegs selbstverständlich. „Es hat auch schon Jahre gegeben, in denen wir nur 100 Kinder hatten“, bestätigt Beatrix Wiese. Viel Werbung wurde in den Schulen und bei den Pfadfindern gemacht. Das hat sich offenbar ausgezahlt.

Unterwegs sind am 6. Januar Sternsinger von 8 bis über 60 Jahren. Ja, richtig gelesen. Eine Dame, die seit Jahren immer dabei ist, hat die 60 schon überschritten. Die meisten Sternsinger kommen aus dem 3. und 4. Schuljahr. Aber es sind auch einige 18-Jährige und sogar drei Erwachsenengruppen mit dabei. „Zwei Gruppen“, so Wiese, „nehmen sogar schon zum neunten Mal teil.“ Gut so, denn es müssen schließlich über 40 Bezirke in der Kernstadt und auf den Aussiedlerhöfen besucht werden. Streng genommen sind es sogar noch mehr. Bereits am 5. Januar besuchen die Sternsinger „Sonderbezirke“ wie Krankenhaus, Altenheim und die Caritaswerkstätten.

Ehrenamtliche Helfer

Die Jüngsten werden im Übrigen wohnungsnah eingesetzt. Hier kennen sie sich aus und viele Leute kennen die jungen Sternsinger. Aber auch hinter den Kulissen sind in Brilon noch rund 15 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Sie zählen nicht nur das Geld, sondern kümmern sich auch darum, dass alles reibungslos verläuft.

In Olsberg regelt die KJG seit vielen Jahren die Sternsinger-Aktion. „Wir können uns bei den Anmeldungen nicht beklagen“, so Markus Dinkel (19), KJG-Gruppenleiter in Olsberg und KJG-Bezirksleiter Hochsauerland/Waldeck. 34 Sternsinger sind es in diesem Jahr, neun mehr als noch 2014. Viel Werbung hat man in den eigenen Gruppenstunden gemacht. Aber auch in der Tageszeitung, auf der Homepage und auf Facebook wurde immer wieder auf die Sternsinger-Aktion hingewiesen. Zudem lagen Flyer in Schulen und Geschäften aus. 12 Bezirke werden in der Kernstadt von der KJG abgedeckt So ist man in diesem Jahr mit elf Gruppen unterwegs.

In Winterberg verzeichnet Mitorganisatorin Christel Braun mittlerweile auch genug Anmeldungen. „Mitte Dezember waren noch nicht alle Gruppen besetzt, um auch jedes Haus und jede Straße in der Kernstadt besuchen zu können.“ 44 junge Sternsinger, vom 2. bis 10. Schuljahr, sind übrigens schon am 4. Januar in elf Gruppen unterwegs. Damit konnte die Zahl von 2014 wieder erreicht worden.

In Hallenberg werden am kommenden Dienstag 37 Kinder in elf Gruppen als Sternsinger unterwegs sein, sieben Kinder weniger als im Vorjahr. Dadurch können einige Straßen in den Außenbereichen nicht mit abgedeckt werden, zumal dort in den letzten Jahren oftmals die Haustüren nicht geöffnet wurden und die Sternsinger unverrichteter Dinge weiterziehen mussten.

Firmlinge dabei

Antonia Dielenhein vom Orga-Team freut sich darüber, dass alle Kommunionkinder aus dem aktuellen Jahrgang teilnehmen wollen. Beim letzten Mal seien außerdem drei Gruppen von Firmlingen mitgegangen: „Das war eine tolle Sache, denn diese Sternsinger sind schon etwas älter und dadurch belastbarer, was die Streckenlänge angeht. Wir hoffen daher darauf, dass wir durch den Zweijahres-Rhythmus bei der Firmung im nächsten Jahr wieder Firmlinge dabei haben und alle Straßen abdecken können.“