Stärkung bleibt fraglich

Neue Sporthalle..  Nun hat die Stadt Winterberg also ein weiteres Vorzeigeobjekt offiziell seiner Bestimmung übergeben. Für einen Wintersportort von überregionaler und einen Olympiastützpunkt von internationaler Bedeutung mag die neue Sportstätte durchaus angemessen oder sogar zwingend erforderlich sein. Ob sie, so der CDU-Fraktionsvorsitzende im Winterberger Stadtrat J. Reuter in der WP vom 24.2.2015, „eine deutliche Stärkung des Gymnasiums“ bedeutet und somit dem Gymnasialstandort Winterberg - selbst wenn dieser die stolze Bezeichnung „Eliteschule des Sports“ trägt - zusätzlichen Schwung und die notwendige Standortsicherheit verschafft, darf, nicht zuletzt wegen der starken und attraktiven schulischen Konkurrenz in verschiedenen Nachbargemeinden, zumindest bezweifelt werden.


Die Qualität von Schule bemisst sich nicht nach der Größe und Ausstattung einer Turnhalle. Gute Schule definiert sich über andere Faktoren: ein sach- und fachkompetentes, pädagogisch versiertes und engagiertes sowie teamfähiges Kollegium; ein breites Fächer- und Kursangebot in der gymnasialen Oberstufe; ein schlüssiges, praktikables und von den am Schulleben Beteiligten gelebtes Schulprogramm; die geschlossene und konsensgetragene Einhaltung extern gesetzter und intern vereinbarter Standards; eine entspannte, auf gegenseitigem Vertrauen basierende und gleichzeitig leistungsorientierte Arbeitsatmosphäre, um nur einige besagter Faktoren zu nennen.


Da diese Komponenten reibungslos ineinander greifen müssen, damit sie ihren größtmöglichen Nutzen für die Klientel, d.h. die Schülerschaft entfalten können, werden an eine Schulleitung besonders hohe Anforderungen gestellt. Gefragt ist eine Führungskraft, die nicht nur die vielfältigen berufsbedingten administrativen Aufgaben souverän meistert. (...)


Bleibt zu wünschen, dass das Gymnasium Winterberg durch die weitere Fokussierung auf den sportlichen Bereich den erhofften Aufschwung erfährt und dem Kollegium sowie der Schulleitung die ersehnte positive Außenwirkung zeitnah widergespiegelt wird.


Fritz Honselmann,
Winterberg

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE