Stadt Brilon will Weg für neues Hotel frei machen

Hier soll das neue Stadthotel entstehen
Hier soll das neue Stadthotel entstehen
Foto: WP
Das Hotel-Projekt im Zentrum der Stadt Brilon erhält Konturen. Mittwochabend befasst sich der Bau- und Planungsausschuss damit.

Brilon..  Das Projekt wird das Gesicht der Innenstadt nachhaltig verändern: Im Oberen Quartal will, wie berichtet, der Briloner Unternehmer Bernhard Penno, Gründer und Seniorchef der Fa. Rembe, ein Hotel errichten. Allein: Das, was er für die Bauvoranfrage im Dezember bei der Verwaltung eingereicht hatte, fügt sich „aufgrund seiner Größe und der von ihm ausgehenden Vorbildwirkung“ nicht in die Umgebung ein – so die Verwaltung in der Vorlage zur heutigen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses (17.30 Uhr, Bürgersaal).

Damit ist eine Genehmigung nach § 34 Baugesetzbuch nicht möglich. Befürchtung der Verwaltung: „Es besteht die Gefahr, dass die Bebauungsdichte in diesem innenstadtnahen Bereich durch gegenseitige Vorbildwirkung immer weiter zunimmt und bodenrechtliche Spannungen auslöst.“

Es sei nämlich der Trend erkennbar, dass Investoren „möglichst zusammenhängende Grundstücke im Stadtzentrum aufkaufen, um diese dann nach Abbruch des oft baufälligen Bestandes unter größtmöglicher Ausnutzung mit barrierefreien Mietobjekten bebauen“. Beispiele gebe es mit drei- und viergeschossigen Gebäuden im Bereich Marktplatz, Springstraße, Strackestraße, Marktstraße und Obere Mauer bereits. Dabei unterstützt die Verwaltung das Penno-Projekt durchaus: Schließlich habe die Stadt ein Interesse, die Brachfläche in der Springstraße - der Investor hat dort fünf Häuser abreißen lassen - „im Sinne einer ressourcenschonenden Innenentwicklung und zur Stärkung und Förderung des Tourismus zu einem Hotelstandort zu entwickeln“.

Der Hotel-Komplex erstreckt sich über ein Grundstück von insgesamt rund 2500 qm. Das Hauptgebäude soll entlang der Springstraße 51 m lang, 27,5 m tief und 17,26 m hoch werden; der First 15,65 m. Das Hotel hat drei Vollgeschosse und ist mit Staffelgeschoss, Satteldach und einer Tiefgarage (50 Stellplätze) geplant. In diesem Trakt sollen 138 Betten und ein Restaurant untergebracht werden. Zusätzlich soll an der Oberen Mauer als Dependance ein dreigeschossiges Boarding-House (14 m lang, 23 m tief, 12 m hoch, 34 Betten) entstehen.

Um das Projekt zu realisieren, will die Stadt für den Bereich zwischen Springstraße, Oberer Mauer, Scharfenberger Hof und Nikolaistraße einen Bebauungsplan aufstellen. Für das Mischgebiet sollen allerdings zwei unterschiedliche Limits gelten. Für den Hotelbereich will die Stadt die in der Baunutzungsverordnung geregelten Bebaubarkeitsgrenzen überschreiten. Begründung: „Es besteht die planerische Verpflichtung, mit Grund und Boden sparsam umzugehen.“