Staatsanwaltschaft spricht von „schrecklichen Qualen“

Der Angeklagte (r) sitzt am Dienstag im Landgericht in Köln mit Kapuze neben seinem Anwalt. Er soll im September 2014 eine 17-Jährige verschleppt und vergewaltigt haben.
Der Angeklagte (r) sitzt am Dienstag im Landgericht in Köln mit Kapuze neben seinem Anwalt. Er soll im September 2014 eine 17-Jährige verschleppt und vergewaltigt haben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Öffentlichkeit wurde gestern beim Prozessauftakt vor dem Kölner Landgericht gegen einen gebürtigen Olsberger ausgeschlossen.

Köln/Olsberg..  Beim Prozess-Auftakt gegen einen 52-jährigen gebürtigen Olsberger, der eine 17-jährige Jugendliche entführt, gefesselt und vergewaltigt haben soll (wir berichteten), hat die Staatsanwaltschaft gestern vor dem Kölner Landgericht von „schrecklichen Qualen“ des Opfers gesprochen.

Die 17-Jährige habe in der zweieinhalb Tage dauernden Gefangenschaft mehr als fünf Kilo Gewicht verloren, Entzündungen, Schürfwunden und Einblutungen erlitten.

Der Angeklagte hatte sich zum Prozessbeginn die Kapuze seines Pullovers tief in die Stirn gezogen. Eine Sonnenbrille verdeckte seine Augen. Erst als die Kameras den Saal verlassen hatten, zeigte er sein Gesicht. Mit leeren Augen hörte er den Grausamkeiten zu, die ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft.

Die Mutter der 17-Jährigen hatte im Betrieb des 52-Jährigen als Reinigungskraft gearbeitet. Unter dem Vorwand, die Mutter überraschen zu wollen, habe er die junge Frau in sein Auto gelockt. Dort habe er sie geknebelt und in einer gekrümmten Haltung gefesselt. Zweieinhalb Tage lang musste das Opfer so in einer Garage liegen. Mehrmals soll sich der 52-Jährige an ihr vergangen haben.

Mindeststrafe: 5 Jahre Gefängnis

„Garagenmonster“ titelten Medien nach der Befreiung des jungen Mädchens. Den entscheidenden Hinweis, damit die 17-Jährige gefunden wurde, gab der 52-Jährige am Ende selbst. In einem Brief soll er seine Ehefrau aufgefordert haben, in der Garage nachzusehen. Besonders schwere Vergewaltigung, Menschenraub und schwere Körperverletzung lautet nun der Tatvorwurf vor Gericht. Die Mindeststrafe: Fünf Jahre Gefängnis. Nachdem die Anklage verlesen worden war, wollte sich der 52-Jährige gestern zu den Vorwürfen äußern. Die Öffentlichkeit wurde dafür von dem Prozess ausgeschlossen.