So warm war es im Juli noch nie

Sommerlicher Hochbetrieb herrschte in den Freibädern.
Sommerlicher Hochbetrieb herrschte in den Freibädern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Auf dem Kahlen Asten wurde der Juli-Hitzerekord eingestellt.

Altkreis..  Das Sauerland hat am Wochenende ordentlich geschwitzt. Es war der heißeste Juli-Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und was macht das Känguru? Es sucht nach Abkühlung zwischen den Grabsteinen des Bigger Friedhofs und hat hoffentlich ein paar Kühl-Akkus im Beutel. Doch der Reihe nach:

„Es waren ungewöhnlich hohe Temperaturen. Die Station des Deutschen Wetterdienstes auf dem Kahlen Asten hat am Samstag eine Höchsttemperatur von 31,0 Grad gemessen“, sagt Dipl.-Geograf Julian Pape aus Neuastenberg. Wärmer sei es bisher (seit dem Beginn der Messreihe im Jahr 1955) nur einmal gewesen - und zwar am 12. August 2003 mit 31,3 Grad.

Durch den ständigen Ausbau des Wetterportals Sauerland (www.wetter-sauerland.de), das Pape und sein Vater im Internet betreiben, liegen auch für tiefer gelegene Orte der Region Messdaten vor. So erreichte zum Beispiel Brilon - auf rund 400 Metern Höhe gelegen - während der Hitzeperiode täglich Temperaturen zwischen 32 und 37 Grad. Pape: „Obwohl hier im Gegensatz zur Messreihe auf dem Kahlen Asten keine langjährigen Vergleichswerte bestehen, kann auch hier von Werten ausgegangen werden, die in Nähe der absoluten Höchstwerte liegen oder diese gebrochen haben.“ Die Pastorenwiese bei Hallenberg, die auf 698 Metern Höhe liegt, kam demnach am Samstag auf 32,6 Grad.

In Medebach betreut Frank Föhrer die Kolping-Wetterstation der Kachelmann-Firma Meteomedia auf dem Gelände der Kaffeerösterei Langen und auf dem Schlossberg bei Küstelberg. Dort wurden an beiden Wetterstationen neue Temperaturrekorde seit Bestehen der Wetterstationen registriert. So wurde in Medebach der alte Rekord aus dem Jahr 2003 mit 36,8 Grad Celsius mit nun 37,4 Grad geknackt. An der Wetterstation am Skilift Schlossberg fiel der alte Rekord aus dem Jahr 2013 mit 30,9 Grad Celsius und liegt nun bei 32,5 Grad.

Das Wetter war natürlich optimal für einen Besuch im Freibad. Im Waldfreibad Gudenhagen mit einer Wasserfläche von 6500 Quadratmetern das größte Freibad in NRW - wurden am Samstag über 2000 Besucher gezählt. „Hier war ordentlich was los“, sagt Fachangestellter Thorsten Bähr. Die Wassertemperatur betrug gestern 26,5 Grad und wer Lust auf einen Sprung ins kühle Nass hat - das Bad ist jeden Abend bis 20 Uhr geöffnet.