"Sing meinen Song" - Christina Stürmer startet wieder durch

Christina Stürmerkommt im Juli für einen Gig nach Brilon.
Christina Stürmerkommt im Juli für einen Gig nach Brilon.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die österreichische Pop-Sängerin Christina Stürmer spricht im Interview über das TV-Format „Sing meinen Song“ und was einen echten Hit ausmacht.

Hagen.. Mit dem Format hat der Fernsehsender VOX vergangenes Jahr ein großen Show-Erfolg erzielt. In der Kategorie „Beste Unterhaltung“ wurde „Sing meinen Song“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Das sogenannte Tauschkonzert geht Dienstag, 19. Mai, um 20.15 Uhr in die zweite Runde. Erneut hat der Soulsänger Xavier Naidoo mehrere Künstler eingeladen.

In jeder Staffel singt einer von ihnen bekannte Songs des anderen. Mit dabei sind u.a. Yvonne Catterfeld, Andreas Bourani, Hartmut Engler und die Österreicherin Christina Stürmer. Die 32-Jährige („Millionen Lichter“) zählt derzeit zu den populärsten Sängerinnen im deutschsprachigen Raum. Am 18. Juli kommt sie u. a. nach Brilon zu einem Open-Air-Konzert.

Sie haben ja eine Ausbildung zur Buchhändlerin gemacht. Was haben gute Bücher und gute Musik gemeinsam? Und was liegt zurzeit als Lektüre auf Ihrem Nachttisch?

Christina Stürmer: Für beides gilt, dass man daraus für sich selbst etwas mitnimmt, etwas daraus lernt, auf etwas aufmerksam wird und vielleicht etwas davon in seinem eigenen Leben umsetzen kann. Bei Konzerten spüre ich immer, wie sehr Musik Stimmungen und Emotionen transportiert und weckt. Wenn meine Musik das schafft, dann habe ich schon gewonnen. Ich lese zurzeit „Gott bewahre“ von John Niven.

Heute startet die zweite Staffel von „Sing meinen Song“. Ist das eigentlich ein unangenehmes Gefühl, das Lied eines anderen in dessen Anwesenheit singen zu müssen oder zu dürfen?

Christina Stürmer: Das war bei uns allen sehr unterschiedlich. Wir haben die Staffel ja bereits im März in Südafrika aufgezeichnet. Ich weiß von anderen, dass sie unfassbar nervös waren, wenn sie rausgegangen sind. Die haben richtige Ängste ausgestanden. Natürlich ist es aufregend, wenn man einen Song, den jemand anders herausgebracht hat, neu arrangiert. Man fragt sich, findet der das jetzt total schlecht und würde der am liebsten aufstehen und gehen? Oder findet er das total geil? Es sind ja doch irgendwie Songs, die schon länger bekannt sind.

Kann man auch auf einem Kamm blasen

Wie war das denn, als Ihre Lieder gesungen wurden?

Christina Stürmer: Den Song „Ich lebe“ singe ich schon seit zwölf Jahren. Meine Band und ich haben schon einiges probiert, um das Stück neu zu arrangieren, damit es letztlich auch aufregend bleibt für mich. Das ist sehr schwierig. Und dann sitze ich da in Südafrika auf der Couch und es kommt die Version von „Ich lebe“ – ich sag jetzt nicht von wem – und ich habe nur gestaunt, was man daraus machen kann. Man ist offenbar doch selbst in seinen eigenen Nummern sehr eingefahren und stallblind. Wenn man als Künstler an ein fremdes Stück herangeht, traut man sich eher was zu verändern, als wenn es der eigene Song ist. An dem Abend, an dem meine Lieder an der Reihe waren, war ich nur überwältigt, was da für Versionen herauskamen. Von der Country- bis zur Quentin-Tarantino-Fassung war alles dabei. Ich war zwar aufgeregt und nervös, aber der Spaß hat überwogen. Mir fällt da ein Spruch meiner Plattenfirma ein: Einen Hit kann man auch auf einem Kamm blasen.

Die erste Staffel von „Sing meinen Song“ hat den Musiker Gregor Meyle unheimlich nach vorne gebracht. Erwarten sie so einen Schub auch für sich?

Christina Stürmer: Erwarten? Etwas erwarten ist immer sehr schwer, man weiß ja nie was passiert. Ich merke zurzeit, dass ich durch die Medienberichte öfter auf der Straße erkannt werde. Dann bringen wir auch noch ein neues Best-of-Album heraus, da wird das Gesicht immer präsenter. Für mich ist das schön. Das heißt aber nicht, dass zugleich alle Leute zu den Konzerten laufen. Leider. Denn das würde ich mir wünschen. Ich fände es gut, wenn ich durch „Sing meinen Song“ noch etwas länger bei dem ganzen Zirkus – das meine ich jetzt nicht negativ – dabei sein könnte. Zwölf Jahre ist ja schon eine lange Zeit. Es wäre toll, in zwölf Jahren wieder ein Best-of-Album herausgeben zu können.

Im Juli kommen Sie zum Konzert nach Brilon. Guckt man da auf die Landkarte, wo das liegt?

Christina Stürmer: Ich schaue immer, in welche Ecke von Deutschland wir fahren. Ich weiß, dass Brilon im Sauerland liegt, aber ich habe keine Ahnung, wo das Sauerland anfängt und wo es aufhört. Ich könnte jetzt Kassel sagen, aber dann würde ich vermutlich ins Fettnäpfchen treten.

Wenn so eine Tour vorbei ist, hat man daran überhaupt noch einzelne Erinnerungen?

Christina Stürmer: Es gibt Konzerte die bleiben mehr hängen und manche weniger. Bei mir ist es so, dass ich mich über Fotos immer ganz gut erinnern kann. Wir machen daher immer so viele Bilder wie möglich. Erst dadurch werden bei mir wieder Erinnerungen wach.