Selbstgemachtes punktet
11.02.2010 | 17:00 Uhr 2010-02-11T17:00:00+0100
Rösenbeck. Maßanfertigung statt von der Stange: Zum achten Weiberfrühstück in Rösenbeck kamen mehr als 400 Frauen aller Altersgruppen - und kaum eine trug kein selbstgemachtes Kostüm.
„Die letzten Hüte sind erst heute morgen fertig geworden”, erzählt Susanne Neubert (Ja, geschrieben „wie Alt und Ernie”). Ihr Sparclub „Chaosteam” aus Rösenbeck und Umgebung sind Fliegenpilze.
Überall weiße Punkte auf Rot: eine Gemeinschaftsarbeit. „Wir haben zwei Fachfrauen, die alles zurecht schneiden, dann nähen es alle zusammen - bis auf die, die nur zum Bügeln kommen”, berichte Neubert. „Der große Vorteil ist: Man kann hier soviel essen, wie man will. Das Kostüm ist total bequem”, verrät ein weiterer Fiegenpilz, deren kleiner Dekopilz im Flur zu dem Kostüm inspirierte.
Ideen warten überall: Von Kopf bis Fuß selbstgemacht sind auch die vier „Küken”. „Ich habe das Kostüm in einer Fernsehsendung aus Köln gesehen”, verrät Beatrix Hoppe. Auf die Details kommt es an: Die Eierschale auf dem Kopf ist aus Pappmaschee, den quietschgelben Stoff zieren passende Pailletten und über den Schuhen braune Krallen aus Fleece.
„Die Treffen zur Vorbereitung sind doch das Schönste”, finden die beiden „zauberhaften Hexen”, Petra Heuer und Christiane Loer aus Petersborn, die heute zum ersten Mal in Rösenbeck mitfeiern. „Am schlimmsten war der Hut.”
Ganz offensichtlich nicht selbstgemacht waren die aufgetürmten Hüte der „Früchtchen”, die an Brasilien erinnerten. „Aber der passende Poncho mit weiteren Früchten ist selbstgenäht”, betonen die Damen aus Brilon. Und für Ersatz ist auch gesorgt: „Nach einer Weile werden die Hüte einfach zu schwer.” Was tut frau an Altweiber nicht alles...
Der Rösenbecker Schützenverein mit seinem Karnevalsgremium hatte zu der Party geladen. Den „Weibern” aus dem gesamten Altkreis wurde ein „Rundumservice” geboten: Nicht nur die Verpflegung stand in vier Frühstücksstraßen bereit - die Frauen wurden auch, wenn gewünscht, zur Halle und wieder zurücktransportiert. „200 Damen haben die Schützenoffiziere heute abgeholt”, sagt Holger Borkamp vom Karnevalsgremium.
Die Stimmung in der Halle bebte - vor allem als Polizisten und Häftlinge die Bühne stürmten und als Männerballet die Hüften schwangen. Trotz der sorglosen Atmosphäre gab es nicht nur Fröhlichkeit. „Obwohl wir hier Karneval feiern, sind wir in Gedanken auch bei unserem Schützenbruder Theo”, betonte Holger Borkamp mit Blick auf den tragischen Arbeitsunfall am Montag.
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