Seit 60 Jahren leuchtet ein Kreuz vom Olsberg

Das leuchtende Kreuz Karfreitag auf dem Olsberg
Das leuchtende Kreuz Karfreitag auf dem Olsberg
Foto: WP
Unter Mühen aufgestellt, mehrfach zerstört - das Kreuz auf dem Olsberg strahlt auch nach 60 Jahren noch in den Ostertagen.

Olsberg..  Im Sauerland kennt man nicht nur den Brauch des Osterfeuers, sondern auch des Beleuchtens der zahlreichen Kreuze auf den Höhen im „Land der 1000 Berge“.

Ein Brauch, der vor 60 Jahren zumindest für den hiesigen Raum auf dem 704 Meter hohen Gipfel des Olsbergs eingeführt wurde und anschließend von vielen Städten und Dörfern des oberen Sauerlandes übernommen wurde.

Anlass dieser ersten offiziellen Kreuzbeleuchtung war die Errichtung eines neuen Kreuzes zu Ostern 1955 auf dem Olsberg. Seither ist das von mehr als hundert kleinen Birnen beleuchtete Kreuz alljährlich stets am Karfreitag, Karsamstag sowie am Ostersonntag weithin im Ruhrtal sichtbar.

Bevor das Kreuz in seinem vollen Lichterglanz erstrahlen kann, sind umfangreiche Vorbereitungen erforderlich. Das ist seit vielen Jahren Sache der Olsberger Kolpingsfamilie, die von den Karnevalisten unter-stützt wird. Und da man dort oben nicht einfach den Strom aus der Steckdose holen kann, versieht ein Aggregat stets treue Dienste.

Lkw-Batterie als Stromquelle

In den Anfangsjahren musste auch schon einmal eine Lkw-Batterie oder ein mit einer Lichtmaschine gekoppelter Benzinmotor herhalten. Das war jedoch alles recht primitiv und problematisch.

So ganz ohne Hindernisse verlief das Unternehmen „Kreuzbeleuchtung“ für die Aktiven nicht immer. Ein Bauer, der im dortigen Bereich „sein“ Osterfeuer anzünden wollte, warf der Kolpingsfamilie im wahrsten Sinne des Wortes Knüppel zwischen die Beine und versperrte den Weg. Schließlich war das Kreuz dort oben ein zusätzlicher Blickfang.

Bereits 1945 wurde erstmals ein Kreuz auf dem Olsberg errichtet. Laut Unterlagen von Alfons Liesen-Schauerte (Kolpingsfamilie) wollten sich so junge Olsberger für die glückliche Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg bedanken. Da der Berggipfel der deutschen Luftwaffe mit Blinkfeuer und Scheinwerfern als Richtungsweiser diente, war es naheliegend, dieses Kreuz aus den demontierten Masten zu zimmern.

Der Zahn der Zeit hatte in den folgenden 23 Jahren bis zum Frühjahr 1978 ganze Arbeit geleistet und nicht nur das Kreuz musste von Grund auf erneuert werden. Die Mitglieder der Olsberger Vereine mit der Kolpingsfamilie an der Spitze sowie die Waldinteressenten machten es durch ein großes Engagement möglich, dem Kreuz ein stabiles Fundament zu geben. Die damalige VEW (heute RWE) stellte dankenswerter Weise die Masten (wie schon 1955 und auch 1984) zur Verfügung und sorgte für die Auf-stellung. Am Himmelfahrtstag 1978 wurde das Kreuz durch den damaligen Dechanten Heinrich Ernst im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Zerstörungswut

1984 musste aber ein neues Kreuz aufgestellt werden, weil in der Silvesternacht Olsbergs Wahrzeichen mit Feuerwerkskörpern in Brand gesetzt worden war. Auch in der Folgezeit leisteten mehrfach Zerstörungswütige dort oben „ganze Arbeit“; auch der Bildstock mit dem Hl. Nikolaus nebenan blieb nicht verschont. So auch neun Jahre später, als das Kreuz aus der Verankerung gelöst und über die Felsen in die Tiefe gestützt wurde. Das zwang die Kolpingsfamilie zu verstärkten Sicherungsmaßnahmen.

Da konnte selbst „Kyrill“ dem Kreuz nichts mehr anhaben. Der Jahrhundertorkan hat sogar dafür gesorgt, dass man ess jetzt wesentlich besser sehen kann. Denn was wäre der Olsberg ohne sein Kreuz?