Schunkeln gegen die Kälte
15.02.2010 | 19:07 Uhr 2010-02-15T19:07:00+0100
Altkreis. (-z-/lin/ad) In Thülen, Madfeld, Obermarsberg und Meerhof war gestern der Bär los. Schließlich war Rosenmontag
Dichtgedrängt standen die Jecken an den Straßenrändern und freuten sich bei Kälte und Sonnenschein auf die jeweiligen Rosenmontagszüge. Auch in diesem Jahr hieß es um die Mittagszeit mitten in Westfalen auf jut Kölsch: Opjepaas, d'r Zoch kütt!
In Thülen setzte sich der närrische Lindwurm des 38. Rosenmontagszuges von der Alten Mühle um 14.01 Uhr in Bewegung. Über 450 Aktive hatten nichts, aber auch gar nichts gescheut, um den diesjährigen Rosenmontag mit einem Festzug wieder zu einem echten Erlebnis zu machen. Auf dem Moderatorenwagen sah man in bunten Clownkostümen Mathias Buxort und Günter Mester. Sie gaben Wissenwertes über den Thülener Karneval ins Mikrofon.
Prinz Christian I. und seine Prinzessin Marita I. sowie das Kinderprinzenpaar Leonhard I. und Michelle I., der Elferrat und die hübschen Mädchen der Funkengarde waren die Hauptpersonen, um die sich die Jecken aus nah und fern scharten. Große Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen waren für die rd. 8 000 Zuschauer an den Straßen schlichtweg der Hingucker. Kamelle und Würstchen wurden reichlich geworfen.
Nacktscanning
Der Nacktscanner wurde langsam ungeduldig — unentwegt hupte es vom Karnevalswagen, bis sich der Rosenmontagszug in Madfeld mit 14 Minuten Verspätung um 13.15 Uhr in Bewegung setzte. Bei Eiseskälte aber nur feinem Schneegriesel wärmten sich die Zuschauer auf der Bernhard-Bartmann-Straße mit Glühwein und jecker Musik, bis der erste Wagen des Zuges eintraf - der Elferrat, dessen guter Rat zur Förderung der deutschen Wirtschaft in übergroßen Biergläsern angedeutet war.
Sowieso war der Rosenmontagszug in Madfeld nicht nur ein gut gelaunter, sondern ein höchst aktueller: In bester karnevalistischer Tradition griffen die Gruppen nicht nur die allgegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise zum Beispiel in Form eines Riesenhaies auf, sondern auch Streusalzknappheit, Klimawandel, Schweinegrippe, die geänderte Mehrwertsteuer bei Hotelübernachtungen und niveauloses RTL-Privatfernsehen.
Neben den 16 aufwändig gestalteten Wagen zogen fünf Musikkapellen und 25 Fußgruppen durch den Ort. Manfred Rogoll stellte alle Teilnehmer des Zuges namentlich vor, während sie sich auf Höhe Volksbank/Tankstelle präsentierten und großen wie kleinen Narren am Rande des Zuges Naschereien austeilten.
Nach einer guten Stunde zuckelte der Zug in Richtung Schützenhalle, in der die Madfelder diesen Rosenmontag ausklingen ließen.
Dreigestirn in Obermarsberg
Auf Rosenmontag hatten sich die blau-weißen Schlümpfe aus dem tiefen Wald auf den Eresberg begeben. Sie begleiteten im 21. großen Karnevalsumzug das närrische Dreigestirn. Prinz Christopfer Andree, Bauer Steffen Andree und Jungfrau Daniel Mönig jubelten ihrem närrischen Volk von einem riesigen Fliegenpilz aus zu.
Viele, viele, teils toll kostümierte Zuschauer hatten sich wieder auf der Oberstadt eingefunden, um mit den Aktiven im Umzug ordentlich Karneval zu feiern. Acht Motivwagen begleitet von vielen Musikkapellen schlängelten sich durch die Straßen. Auf einem Wagen war der King of Pop, Michael Jackson, wieder auferstanden. Die schwarzen Witwen trieben ihren närrischen Unsinn.
Wikinger, riesige Gummistiefel, lebendige Quizkarten, schwarze Raben und weiße Engelchen verteilten viele Kamellen und Schnäpschen an die Zuschauer.
Wirtschaftskrise in Meerhof
„Die Wirtschaftskrise trifft uns hart, der MCC am Motto spart” - so nahmen die Meerhofer Jecken gestern die Wirtschaftskrise in ihrem kleinen aber feinen Karnevalsumzug auf die Schippe. Von der Schweinegrippe ließen sie sich ihre gute Laune nicht verderben. Eine gesunde rosa Ferkelherde tanzte mit bunten Früchtchen.
Ein Wikingervolk war mit seinem Schiff dabei und Schäfer Heinrich trieb seine Schafherde voran.
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