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Schule in Essentho zum zweiten Mal verkauft

24.01.2015 | 10:00 Uhr
Schule in Essentho zum zweiten Mal verkauft
Die Grundschule mitten in Essentho hatte die Stadt zuerst für 25.000 Euro verkauft - nun musste der neue Besitzer mehr als das Doppelte bezahlen.Foto: DÜLME

Marsberg.  Nach Mauschelei-Vorwürfen wurde die Grundschule in Essentho nun zum zweiten Mal verkauft. Derweil gibt es Ärger innerhalb der Reihen der Marsberger Linken.

Die ehemalige Grundschule in Essentho hat einen neuen Besitzer. Josef Steiner aus Essentho hat den Zuschlag bekommen. Das bestätigt er auf Anfrage der WP. Den genauen Preis möchte er nicht nennen. Aber er zahle mehr als das Doppelte. Die Schule war zum Zankapfel geworden, nachdem zwei junge Leute aus Essentho sie im Dezember für 25 000 Euro gekauft hatten.

Josef Steiner, Mitglied der Linken Marsberg, war schon damals interessiert und fühlte sich von der Stadt falsch informiert. Erich Latzelsberger, Mitglied der Linken im Stadtrat, witterte Mauschelei, da einer der Käufer ein Enkel des Essenthoer Ortsbürgermeisters und Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion ist. Nach den öffentlichen Diskussionen um die Schule hatten die zwei jungen Leute ihr Interesse daran verloren.

Der Marsberger Stadtrat hat im nichtöffentlichen Teil am Donnerstag der Rückabwicklung des Kaufvertrages zugestimmt und den neuen Vertrag getätigt, bestätigt Antonius Löhr, neuer allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters auf Anfrage.

Wohnungen und Kinderhort

Steiner möchte in der Schule Wohnungen realisieren, eventuell auch einen Kinderhort, der nach der regulären Kita-Öffnungszeit Betreuung anbietet. Ferner möchte er Räume für Vereine zur Verfügung stellen gegen Erstattung der Unkosten.

Inzwischen rumort es bei den Linken ordentlich. Armin Johannes Kleck gibt als neuer Administrationsverantwortlicher eine Pressemitteilung heraus, in der er sich für den Linken-Ortsverband Marsberg von ihrem Vertreter im Stadtrat, Erich Latzelsberger, distanziert. „Wir haben mit den Eigenmächtigkeiten des Stadtrates Erich Latzelsberger nichts zu tun“, schreibt Kleck in der Mail am Donnerstag, 21 Uhr. Die Anzeige gegen den Ex-Bürgermeister Hubertus Klenner gehe alleine auf Latzelsbergers Konto. Zum Thema Schulverkauf sei man vom „Genossen Erich Latzelsberger falsch informiert“ worden.

Als Frechheit kommentiert Latzelsberger die Angaben seines Parteikollegen. Werner Siebrecht, Sprecher der Linken Marsberg, zur WP: „Armin Kleck ist nicht berechtigt, für den Linken-Ortsverband offizielle Pressemitteilungen herauszugeben. Wenn er etwas veröffentlicht, dann als Privatperson.“

Annette Dülme

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2015-01-24 10:00
Nachrichten aus Brilon, Marsberg und Olsberg