Schulbedarfsbörsen wird es nicht mehr geben
22.07.2009 | 17:17 Uhr 2009-07-22T17:17:00+0200
Altkreis. Die Schulbedarfsbörse des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Brilon linderte die Material-Not von Kindern aus sozial schwachen Familien. Martina Dworak vom SkF erklärt, warum es die kostenlose Ausgabe von Heften, Stiften und Malkästen nicht mehr geben wird.
Westfalenpost: Warum haben Sie vor drei Jahren die Schulbedarfsbörse eingerichtet?
Martina Dworak: Früher war Geld für Schulmaterialien in der Sozialhilfe enthalten. Mehrbedarf hieß das damals. Mit der Einführung von Hartz IV sind diese Mittel weggefallen. Da haben wir uns vom Verein aus engagiert.
Frage: Wie war die Resonanz?
Dworak: Das lief bereits im ersten Jahr gut an. Mit der Zeit gab es Kooperationen unter anderem mit dem Warenkorb in Winterberg und Reha in Marsberg. Die hauptsächlich ehrenamtlichen Helfer haben in den drei Jahren an 652 Kinder aus Brilon, Marsberg, Olsberg, Winterberg, Medebach und ihren Ortsteilen Wasserfarbkästen, Stifte, Hefte, Kleber oder Füller verteilt.
Frage: Was wäre denn ohne die Börse passiert?
Dworak: Viele Mädchen und Jungen wären ohne vernünftiges Schulmaterial zur Schule gegangen.
Frage: Warum bieten Sie in diesem Jahr keine Börse mehr an?
Dworak: Es hat schon zahlreiche Anfragen gegeben, wann denn die nächste Börse stattfindet. Inzwischen hat jedoch der Gesetzgeber eingesehen, dass es einen erhöhten Bedarf zum Schuljahresbeginn gibt und das Gesetz angepasst. Demnach steht jedem Schüler eine einmalige zusätzliche Leistung von 100 Euro zu, wenn er das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und eine allgemein- oder berufsbildende Schule besucht. Außerdem muss mindestens ein im Haushalt lebendes Elternteil am 1. August Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II haben. Daher wird der SkF keine Schulbedarfsbörse mehr anbieten.
Frage: Die Bedarfsbörse garantierte, dass das Material bei den Kindern ankommt. Wie wird das in Zukunft ablaufen?
Dworak: Die 100 Euro werden Ende Juli zusammen mit dem Geld für August überwiesen. Darüber informieren wir gerade die betroffenen Leute. Dass sie die Mittel ausschließlich für Schulmaterial verwenden, müssen die Empfänger nachweisen.
Mit Martina Dworak sprach Stefan Rebein
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