„Schützenfest, woll“

Altkreis..  „Rrrechts um, im Gleichschritt marrrrsch!“ Die Schützenfestsaison im Sauerland hat gerade begonnen, und ganz frisch aus dem Druck gibt es dazu jetzt das passende Buch „Schützenfest, woll“.

Der gebürtige Sauerländer Michael Martin hat mit mehreren befreundeten Schützenfest-Koryphäen in anderthalb Jahren Vorarbeit und vor allem auf unzähligen Schützenfesten jeden zum Thema Schützenbrauchtum gelöchert, der sich bei drei nicht hinter der nächsten Vogelstange versteckt hatte.

Sie alle haben geklärt, woher die Uniformen, Orden und Schützenfahnen her- bzw. „wech-“kommen, was ein Schützenkönigsjahr kostet, wer die verrücktesten Schützenfestbräuche hat, wo sich Königinnen und Hofdamen einkleiden, warum es Sauerländer selbst vom anderen Ende der Welt zum Hochfest nach Hause zieht und was so alles hinter der Halle passiert. Der ultimative Schützenfest-Gentest fehlt natürlich genau so wenig wie die amtierende WP-Schützenkönigin Anna Kampmann.

Viele Beiträge aus dem Altkreis

Auch die vielen guten Geister, die ein Schützenfest erst richtig rund machen, kommen zu Wort: Michael Martin und seine Gastautoren haben sie alle befragt: Theken- und Frittenbuden-Teams, Bierlieferanten, Musiker, Zelt- und Vogelbauer, Schausteller, Schießbuden-Inhaber – sogar bei einer Klofrau gab es einen Örtchentermin.

Die Schützen im Altkreis Brilon sind in „Schützenfest, woll“ auf vielen Seiten vertreten: Der letztjährige Briloner Schützenkönig Jörg Isenberg und Königskutscher Franz-Josef Brandenburg plaudern aus dem Nähkästchen, die Briloner Schnade wurde im Selbsttest mitgelaufen, die Langewieser Schützendamen und das Frauenvogelschießen in Braunshausen stürmen die Männerbastion, die Jungmusiker aus Medelon begründen, warum ihnen das Hobby Musikverein so viel Spaß macht, die Wiggeringhauser zeigen, wie man im Elpetal Alternativ-Schützenfeste ohne Etikette und Knüppelmusik feiert, der Inhaber der Westheimer Brauerei erklärt, warum „Edel verpflichtet“. Und jetzt ist es amtlich, die Marsberger haben die putzigsten Biergläser!

Eierbacken und Katerrezepte

Das Buch fängt mit der Generalversammlung an und schließt wie ein richtiges Schützenfest – mit Eierbacken, Katerrezepten und Schützenfesthemden auf der Wäscheleine. Um alle 260 Seiten zu lesen und die vielen Fotos auf sich wirken zu lassen, braucht man drei Nächte – genau so lang wie ein Schützenfest, ist aber deutlich günstiger: Mit 24,90 Euro kostet es ungefähr soviel wie ein volles Tablett Bier.

Also, nichts wie stillgestanden und zum Lesen weggetreten!