Schraubenfabrik in Winterberg nach Brand saniert

Die Schraubenfabrik Winterbergheute: Der Verwaltungstrakt ist wieder aufgebaut worden, die angrenzenden Produktionshallen sind renoviert. Foto:Rita Maurer
Die Schraubenfabrik Winterbergheute: Der Verwaltungstrakt ist wieder aufgebaut worden, die angrenzenden Produktionshallen sind renoviert. Foto:Rita Maurer
Foto: Rita Maurer
Was wir bereits wissen
  • Bürogebäude vollständig erneuert
  • Innenbereich noch im Rohbau
  • Firma plant Vermietung oder Verkauf

Winterberg..  Genau heute vor einem Jahr hallten Martinshörner durch Winterberg, ein dicker Rauchpilz zog über die Stadt: Die leerstehende alte Schraubenfabrik am Hagenblech brannte. Das heruntergekommene und zugewucherte Fabrikgelände war zuvor viele Jahre lang ein Ärgernis für die Winterberger und ein Ziel für ausufernden Vandalismus gewesen. Erst wenige Wochen zuvor hatte die Firma GMWG Projektentwicklungs GmbH mit Sitz in Hildfeld das Betriebsgelände erworben und mit der Entrümpelung begonnen.

Die einsturzgefährdete Brandruine aus dem vergangenen Jahr ist mittlerweile kaum noch wiederzuerkennen. Das vom Feuer direkt betroffene, insgesamt 600 Quadratmeter umfassende Bürogebäude ist vollständig in den letzten Monaten saniert und so angelegt worden, dass es in vier unabhängige Nutzungsbereiche aufgeteilt werden könnte, berichtete der Geschäftsführer gestern auf Nachfrage der WP. Der Innenbereich befindet sich noch im Rohbau. Die drei Produktionshallen mit einer Gesamtgröße von 2400 Quadratmetern neben und hinter dem Verwaltungstrakt sind ebenfalls saniert worden, das völlig verwilderte 12 500 Quadratmeter große Grundstück wurde gerodet. Geplant sei nun eine Vermietung oder der Verkauf des Gesamtkomplexes oder auch von Teilbereichen.

Mietinteressenten abgesprungen

Vor dem Brand habe es einige Unternehmer gegeben, die an einer Vermietung von einzelnen Teilen des Anwesens interessiert waren. Diese seien jedoch nach dem Feuer alle abgesprungen. Auch während der Sanierungsphase hätten sich verschiedene Interessenten gemeldet, bisher habe deren Konzept jedoch nicht zum Gebäude selber gepasst, so der Geschäftsführer. Die Investitionskosten seien nun unter dem Strich doppelt so hoch ausgefallen wie ursprünglich beim Erwerb der Firmengebäude vorgesehen, zur genauen Höhe wollte er sich jedoch nicht näher äußern. Im Moment laufe noch eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Brandschutz-Versicherung.

Brandermittlungen eingestellt

Das Feuer war an einem Sonntagnachmittag im unteren Stockwerk des Verwaltungstraktes ausgebrochen und von zwei Mitarbeitern der GMWG entdeckt worden. Mehrere Feuerwehren aus dem Stadtgebiet Winterberg und aus Medebach rückten mit 80 Einsatzkräften an und konnten ein Übergreifen auf die benachbarten Produktionshallen verhindern.

Ein Sachverständiger stellte anschließend Brandstiftung fest. Auch der Staatsschutz wurde zwischenzeitlich eingeschaltet, da es seitens des Investors Pläne gegeben hatte, die Fabrik als Flüchtlingsunterkunft zu vermieten. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund konnte jedoch schon kurz darauf ausgeschlossen werden. Oberstaatsanwalt Klaus Neulken aus Arnsberg bestätigte gestern, dass auch die Ermittlungen wegen Brandstiftung inzwischen erfolglos eingestellt worden seien.

In den 70er und 80er Jahren war die Firma des Schraubenherstellers Bierbach aus Altena einer der größten Arbeitgeber in Winterberg und beschäftigte zwischenzeitlich mehr als 100 Mitarbeiter im Schichtbetrieb.

Im Jahr 2005 wurde der Betrieb, der die letzten Jahre noch von einigen Mitarbeitern aufrecht erhalten worden war, dann endgültig eingestellt. Das Betriebsgelände wurde daraufhin mehrfach weiter veräußert und verfiel in den darauffolgenden Jahren immer mehr.

Zuletzt gehörte es einer märkischen Sparkasse, die es im September 2015 an die Firma GMWG verkaufte.