Schon mal vom „Bruttonationalglück“ gehört?

Brilon..  Vor ein paar Tagen gab es nicht nur eine Sonnenfinsternis, sondern auch weit weniger düstere Ereignisse. Nämlich den Frühlingsanfang. Und den Internationalen Tag des Glücks. Geschaffen wurde der im Jahr 2012 von den Vereinten Nationen. Das Ziel: Den Menschen sollte bewusst gemacht werden, wie wichtig die Suche nach dem Glück im Leben ist. Termin ist der 20. März. Dass Menschen sich aber auch schon in früheren Zeiten mit dieser Suche beschäftigt haben, zeigen die vielen Glückssymbole die es hierzulande gibt.

Schwein als Trostpreis

Da ist zum Beispiel das Glücksschwein. Man hört es immer wieder: „Schwein gehabt“ heißt es oft, wenn man gerade noch mal Glück gehabt hat. Aber was haben Schweine mit Glück zu tun? Möglicherweise hängt das mit ihrem vergnüglich klingenden Grunzen und Quieken zusammen?

Hört sich passend an, hat aber damit nichts zu tun. Das Symbol des Glücksschweins kommt vielmehr aus der Zeit des Mittelalters. Damals war es Brauch bei Wettbewerben dem Letzten ein Schwein als Trostpreis zu geben. Somit hatte diese Person Glück, wenigstens noch ein „Schwein gehabt“ zu haben.

Auch das Hufeisen ist als Glücksbringer bekannt, es schützte die Pferde, welche seit jeher als Symbol für Stärke und Kraft gesehen wurden und galt daher als wertvoll.

Der Schornsteinfeger hingegen ist ein Glücksbringer neueren Datums, deswegen jedoch nicht weniger effektiv. Als es noch keine Heizungen oder Gasherde gab, war das Schlimmste was im Haushalt passieren konnte ein verstopfter Kamin.

Dann wurde es schnell kalt im Haus und auch das Essen konnte nicht mehr zubereitet werden. Daher ist es wohl kein Wunder, dass der zur Hilfe eilende Schornsteinfeger ein großes Glück war.

Alle diese Glückssymbole sind jedoch nicht auf der ganzen Welt gleich. Im arabischen Raum gibt es zum Beispiel die schützende „Hand der Fatima“, die Japaner wiederum verlassen sich auf die Winkekatze „Maneki Neko“ als Glücksbringer.

So viele unterschiedliche Symbole es für das Glück gibt, so unterschiedlich ist auch, was die Menschen unter Glück verstehen. Nach dem Weltglücksbericht von 2013 der Vereinten Nationen zu urteilen, hängt das Glück anscheinend auch vom Wohnort ab. Demnach lebten die glücklichsten Menschen in Dänemark, während wir in Deutschland nur auf Platz 26 landeten.

Originellste Idee

Der kleine Staat Bhutan hatte übrigens die originellste Idee bei der Suche nach dem Glück. Dort versucht man seit einiger Zeit mit dem „Bruttonationalglück“ zu erheben, wie glücklich die eigene Bevölkerung ist.

Was genau jetzt eigentlich Glück ist, bleibt schwer zu sagen. Für manche sind es die kleinen Dinge, für andere ist es dankbar zu sein für das was man hat. Nur mit Neid scheint man bei der Glückssuche nicht weit zu kommen. Das wusste auch schon Philosoph Søren Kierkegaard als er sagte: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“. Der Mann war übrigens auch Däne - vielleicht ist da ja doch was dran?

Und was ist für die Sauerländer Glück? Wir haben uns umgehört:

Sven Becker (14) Schüler, Brilon

,,Mit Glück verbinde ich das Gefühl von Vollkommenheit und Sicherheit. Wenn ich glücklich bin ist das eine Zeit in der ich mir über keine Sorgen Gedanken machen muss.’’

Vanessa Ptok (14) Schülerin aus Olsberg: ,,Jeder Mensch definiert Glück anders. Für mich ist Glück aber wenn ich mich amüsiere und ich unterhalten bin. Glück ist aber auch, jemand anderes, zum Beispiel Freunde oder Familie glücklich zu machen.’’

Anne Entrup (15) Schülerin aus Brilon: ,,Glück ist für mich ein schönes Gefühl, das immer dann

kommt, wenn man etwas erlebt oder gerade das macht, was einem Spaß und Freude bereitet. Wenn man einfach genießt und vielleicht auch für einen Augenblick den Stress und die Sorgen

des Alltags vergessen kann. Glück ist meistens mit Zufall verbunden und nicht geplant.’’

Timo Bange (15) Schüler aus Brilon: ,,Glück ist, wenn mein Lieblingsfußballverin Borussia Dortmund ein Spiel gewinnt und im Stadion alle jubeln. Allerdings ist Glück auch Gesundheit und meine Familie und Freunde.’’

Olivia Wiemann (16) Schülerin aus Antfeld: ,,Für mich ist Glück meine Familie, meine Liebe sowie meine Freunde. Wenn ich mal traurig bin, weiß ich, dass ich immer zu ihnen kommen kann, denn sie haben immer ein offenes Ohr für mich und geben sich große Mühe mich wieder glücklich zu machen.’’
Philipp Hachmann (15) Schüler aus Olsberg: ,,Für mich ist Glück wenn ich Zeit mit meinen Freunden verbringen kann. Sie sind immer lustig und haben immer gute Laune. Wenn ich glücklich bin, strahle ich es meistens direkt aus und das finde ich, ist das Wichtigste am Glücklichsein.’’

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