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Nationales Waffenregister

Schnell prüfen, wem Waffe gehört

04.12.2012 | 08:00 Uhr
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Schnell prüfen, wem Waffe gehört
In der Datenbank beim Bundesverwaltungsamt in Koeln sollen bis Ende des Jahres Informationen von rund 550 lokalen Waffenbehoerden zusammengefasst werden. Damit soll es moeglich werden, erlaubnispflichtige Schusswaffen kuenftig schneller konkreten Personen zuordnen zu koennen. Foto: Thomas Lohnes/dapdFoto: Thomas Lohnes

Altkreis. Es ist 2 Uhr nachts. Die Polizei im HSK möchte prüfen, ob ein Verdächtiger im Besitz einer Waffe oder eines Waffenscheins ist. Kommt der Verdächtige aber aus einem anderen Bundesland, in dem die Waffenregistrierung über eine Gemeindeverwaltung erfolgt, die nachts geschlossen ist, kann die Sache wohlmöglich erst am nächsten Morgen geklärt werden. Das soll sich ab Januar 2013 ändern. Dann gibt`s ein nationales Waffenregister, auf das alle berechtigten Behörden jederzeit online Zugriff haben.

Auch bei der Kreispolizeibehörde im HSK laufen derzeit die Vorbereitung dafür. Nach und nach werden alle vorhandenen Daten in das neue System eingepflegt. Und das sind eine ganze Menge: Insgesamt sind im HSK nämlich 31 860 erlaubnispflichtige Waffen (z.B. Sport- und Jagdwaffen) registriert. Ein Großteil der 6200 Waffenbesitzer sind Jäger oder Sportschützen, erklärt Michael Kumprecht, der als Projektleiter bei der Kreispolizeibehörde vor Ort zuständig ist für die Umstellung auf das nationale Waffenregister, kurz NWR.

Dabei kommt der Polizei im HSK zugute, dass sie bereits auf eine computergestützte Erfassung zurückgreifen kann. Offenbar auch im digitalen Zeitalter nicht selbstverständlich. Denn, so Michael Kumprecht, in Norddeutschland gab es bislang teilweise noch eine Registrierung über Karteikarten. Der Polizeihauptkommissar erhofft er sich von dem neuen national einheitlichen Online-System viele Vorteile für die Polizeiarbeit.

Er nennt ein Beispiel: Ein Jäger aus dem Sauerland fährt zur Jagd nach Süddeutschland und verliert seine Waffe, die dort irgendwann später wieder auftaucht. Künftig ist in einem solchen Fall kein langes Telefonieren und Recherchieren mehr notwendig, sondern per Mausklick kann rund um die Uhr sehr schnell festgestellt werden, wer der Besitzer ist. Auch Polizeipressesprecher Ludger Rath befürwortet die Einführung des Nationalen Waffenregisters, da dadurch die Arbeit der Polizei schneller und effizienter werde und die Sicherheit erhöht werde. Er vertritt die Meinung: „Waffen sollten sehr restriktiv kontrolliert werden.“

Nicht erlaubnispflichtige Waffen

Nicht alle Waffen aber sind erlaubnispflichtig. Herkömmliche Luftgewehre oder Gaswaffen beispielsweise müssen nicht registriert werden. Sie dürfen allerdings nur auf dem eigenen Grundstück verwendet werden. Öffentlich führen darf sie aber nur, wer im Besitz eines sogenannten „kleinen Waffenscheins“ ist. Das sind im HSK insgesamt 995 Personen. An den Erwerb eines vollwertigen Waffenscheins sind sehr strenge Voraussetzung geknüpft. Im Hochsauerlandkreis gibt es, so die Polizei, niemanden, der einen besitzt.

Von Jutta Klute

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