Schmuckstück im Garten der Villa Emilie

Die aufwändige Ausstattung des Gartenhauses lässt vermuten, dass es urspünglich als Weinlaube gebaut wurde.
Die aufwändige Ausstattung des Gartenhauses lässt vermuten, dass es urspünglich als Weinlaube gebaut wurde.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe wurde das denkmalgeschützte Gartenhaus der Villa Emilie in Marsberg restauriert.

Marsberg..  Hoch über der terrassenförmigen Gartenanlage steht das Gartenhaus der Villa Emilie am grünen Weg. Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wurde die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes jetzt abgeschlossen.

Die Villa Emilie wurde 1922 im Stil der englischen Landhäuser erbaut. Mehrmals wechselte sie den Eigentümer, zuletzt vor rund sieben Jahren. Vor zwei Jahren wurden starke Schäden an der Dacheindeckung der Laube entdeckt.

„Diese Maßnahme ist ein gutes Beispiel dafür, wie gut und vertrauensvoll die Zusammenarbeit von Denkmalpflege und Denkmaleigentümern sein kann“, zeigte sich LWL-Denkmalpflegerin Dr. Bettina Heine-Hippler gestern vor Ort erfreut über die gelungenen Sanierungsarbeiten.

Schäden festgestellt

Unter Leitung der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur wurde zunächst die Konstruktion auf Schäden hin untersucht. Die Analyse der Holzoberflächen ergab, dass die Laube früher zunächst erdfarben gestrichen war, dann eine Zeit lang in leuchtenden Farben, so Heine-Hippler. Das Dach war ursprünglich mit kleinen Holzschindeln eingedeckt wie zeitgenössische Fotografien belegen. Diese wurden in der Nachkriegszeit durch Schieferplatten ersetzt.

Die Holzkonstruktion wies große Schäden auf, größtenteils durch Staufeuchte an den eingesetzten Rankengittern. „Als Ursache haben wir vor allem die später eingesetzten Glasscheiben identifiziert, die verhindert haben, dass die Holzkonstruktion abtrocknen kann“, so die Denkmalschützerin. Die Glasscheiben wurden ausgebaut, nachträgliche Anstriche auf Schnitzereien, Ständerwerk und Decke entfernt, fehlende Schnitzereiern und Traufbohlen ergänzt. Das Dach wurde mit neuem Schiefer eingedeckt.

Jede Seite der quadratischen Laube ist drei Gefache breit. Über einem unregelmäßig gemauerten Sockel aus Muschelkalkbruchsteinen erhebt sich eine Fachwerkkonstruktion aus Eichenholz. Die Gefache sind nicht ausgemauert. Rankengitter schließen die Laube nach außen hin ab. Der Boden des Innenraums ist mit Steinplatten ausgelegt. Mitten im Fußboden ist eine Kompass-Rose aus schwarzem Basalt eingearbeitet. Traufe und Decke im Inneren sind mit Schnitzereien verziert - ein Dekor aus Blüten und Früchten.

„Kulturelles Erbe“

Am Außenbau wird die Traufe durch Verzierungen aus Weinreben und Gesichtern, die rechts und links des Sparrenkopfes angeordnet sind, bestimmt. Auf der Dachspitze befindet sich eine Holzskulptur aus Eiche: Ein Engel mit Lendentuch und Trompete, der auf einem Tonkrug steht.

Auch Bürgermeister Klaus Hülsenbeck zeigte im Garten der Villa Emilie seine Wertschätzung: „Unser kulturelles Erbe ist nicht nur Grundlage für die Lebensqualität in unserer Stadt, sondern bildet im kleinen wie großen Maßstab die Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung.“