Schießstand in Leitmar soll attraktiver werden

Seit dem 1. August 2014 gehört das Schießsport-Center des SSC Marsberg in Leitmar dem Bund der Militär- und Polizeischützen (BDMP).
Seit dem 1. August 2014 gehört das Schießsport-Center des SSC Marsberg in Leitmar dem Bund der Militär- und Polizeischützen (BDMP).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Bund der Militär- und Polizeischützen (BDMP) hat die Anlage übernommen und überlegt, sie zu erweitern. Dagegen gibt es in Leitmar Widerstand

Leitmar..  Für Unruhe im Dorf sorgen mögliche Erweiterungspläne des Bundes der Militär- und Polizeischützen, kurz BDMP, an seinem Schießstand in Leitmar. Eine Interessengemeinschaft hat Unterschriften gesammelt.

Der Bund der Militär- und Polizeischützen e. V. ist ein bundesweit agierender Verband mit Hauptsitz in Paderborn. Zum Schießsport-Center Marsberg unterhält er seit mehr als zehn Jahren freundschaftliche Beziehungen. Deren Schießstandanlage in Leitmar nutzte der Verband regelmäßig für Übungs- und Wettkampfschießen auf Landes- und Bundesebene.

Anlage 2014 übernommen

Zum 1. August vergangenen Jahres hat der BDMP die Schießanlage des SSC Marsberg übernommen. Seitdem ist bereits der Gastwirtschaftsraum vollkommen renoviert. Momentan will der BDMP eine neue Zufahrt zur Schießanlage anlegen. Der Schießstand befindet sich in einer Senke gegenüber der Schützenhalle. Ein bepflanzter Erdwall ließ rechtsseitig keine Blicke auf die dahinter liegende Schießhalle zu.

Auf dem Erdwall sind die Büsche bereits gerodet. Im Dorf brodelt derweil die Gerüchteküche. „Nichts genaues weiß man“, monieren die Brüder Gerold und Winfried Metzner. Sie wohnen in direkter Nachbarschaft der Schießanlage. Mit Uwe Riedesel, Klaus Schäfer und Reinhard Heithorst haben sie sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammengetan und Unterschriften gesammelt. 103 von 381 Leitmarern haben unterschrieben. Die Liste liegt bereits im Rathaus Marsberg. Die Interessensgemeinschaft befürchtet, dass der BDMP den Schießstand erweitern könnte, eventuell sogar zu deren zentralem Stützpunkt ausbaut. Acht Schießbahnen gibt es bereits.

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„Wir haben gehört, dass der BDMP eine Halle mit weiteren 16 Bahnen zu je 100 Meter hinzubauen will“, so die fünf Männer der IG zur WP. Sie befürchten, Lärm- und Verkehrsbelästigung durch die Erweiterung und fordern eine „sofortige Einhaltung der Ruhezeiten in der bereits bestehenden Anlage“.

Bis ins Dorf hinein seien die Schüsse in der Anlage zu hören. Ganz zu schweigen von den lauteren Schussgeräuschen in direkter Nachbarschaft.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Per Unterschriftenliste fordern sie weiterhin eine Öffentlichkeitsbeteiligung bezüglich der geplanten Erweiterung. „Wir glauben, dass alles hinter verschlossenen Türen längst in trockenen Tüchern ist und die Dorfgemeinschaft vor vollendete Tatsachen gestellt wird.“ Winfried Gerold ist Vorsitzender des Fördervereins des Dorfes und Klaus Schäfer sein Stellvertreter. Auch bei der Stadt und beim Kreis haben sie sich erkundigt: „Man hat uns gesagt, dass kein Bauantrag vorliegt.“ Allein der Glaube fehlt ihnen.

Wir haben auch gar keinen Bauantrag gestellt“, bestätigt Dietmar Hönersch aus Arnsberg auf Anfrage der WP. Er ist Verantwortlicher des BDMP für den Schießstand in Leitmar. Am Samstag und Sonntag hat der BDMP dort eine NRW-Landesmeisterschaft im Kleinkaliberschießen 25 Meter und Großkaliber mit 70 Schützen ausgerichtet. Hönersch: „Wir haben Engländer im Verband. Die kommen extra über den großen Teich nach Leitmar zum Schießen.“

Kein Schuss ist direkt vor der Eingangstür des Schießcenters zu hören. „Wir benutzen Sportwaffen und Sportpatronen“, erklärt der Schießstandverantwortliche. „Die Sportpatronen sind besonders präzise und genau und verursachen kaum Geräusche.“ Es sei richtig, bestreitet Hönersch nicht, dass sich der BDMP mit dem Gedanken trage, die Anlage zu erweitern um weitere 16 Bahnen von jeweils 100 Meter. Bisher seien aber erst interne Planungs- und Abstimmungsgespräche gelaufen. „Es gibt noch kein Planungsverfahren“.

Nachbarwiese gekauft

Der BDMP hat auch bereits die Nachbarwiese erworben. Die neuen Zufahrten mit Schotterweg würden gebaut, weil der BDMP eine Lüftungsanlage allerneuesten Standards einbauen lassen will. Damit würde kein noch so kleines Geräusch mehr nach außen dringen. Eine neue Gasheizung soll es auch geben. Die Tanks sollen hinter dem Erdwall stehen.

Insgesamt will der BDMP dieses Jahr 250 000 Euro investieren. Der Verband hätte schon immer den SSC finanziell unterstützt und sich deshalb entschlossen, den Stand ganz zu übernehmen. Alle Mitglieder des SSC dürfen auf Lebenszeit unentgeltlich frei schießen. Irgendwie würden ihn die plötzlichen Bedenken schon verwundern, sagt Hönersch. Seit mehr als zehn Jahren würde der BDMP den Schießstand im gleichen Umfang nutzen.

Einzige Indoorhalle

Die Brüder Metzner seien doch selber aktiv im SSC gewesen und würden den Schießbetrieb kennen, sagt er. Und wenn vielleicht oder überhaupt in fünf Jahren die größere Halle konkret würde, dann könnten bisher dreitägige Wettbewerbe an einem Tag durchgeführt werden. Das sei auch einer der Beweggründe des Verbandes, den Erweiterungsbau angehen zu wollen. Der Schießstand in Leitmar ist die einzige Indoorhalle des BDMP.

Ortsbürgermeister Andreas Raue begrüßt die Vorhaben des BDMP. „Es tut sich was im Dorf“, sagt er. Man müsse auch mal über den Tellerrand schauen und offen sein für Neues. Am Freitag, 6. März, soll eine Sitzung des Ortsbeirates in der Schießanlage stattfinden. Dann will der Präsident des BDMP alle offenen Fragen erörtern.