Saunagänger werden bestraft

Auch im AquaOlsberg werden ab 1. Juli die Preise für Saunaleistungen angehoben.
Auch im AquaOlsberg werden ab 1. Juli die Preise für Saunaleistungen angehoben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Saunieren wird ab 1. Juli teurer. Grund ist die Anhebung der Umsatzsteuer auf Saunaleistungen um 12 Prozent.

Olsberg/Brilon..  Viele Bürger möchten es nicht missen. Es härtet ab, dient der Gesundheitsprävention, entspannt und tut ganz einfach gut. Doch jetzt soll das Saunieren teurer werden. Grund ist die Anhebung der Umsatzsteuer auf Saunaleistungen ab dem 1. Juli. Ein Beschluss der Obersten Finanzbehörden der Länder sieht eine Erhöhung von 7 auf nunmehr 19 Prozent vor. Da diese Anpassung finanziell nicht auszugleichen ist, müssen die Bäder der Region die Eintrittspreise für die Saunabereiche erhöhen. Ärgerlich für viele Freizeitbäder, Sauneinrichtungen und Saunierer in der Region.

„Das bedeutet für uns, die Preise um rund 12 Prozent anzuheben. Damit wird die Steuererhöhung an die Besucher weitergegeben“, so Johannes Butterweck, Betriebsleiter des AquaOlsberg. „Das ist sehr ärgerlich, weil letztlich ja der Saunagänger bestraft wird. Aber uns sind die Hände gebunden.“

Die Erhöhung der Umsatzsteuer und damit auch der Eintrittstarife ist für Butterweck und seine Kollegen ein klarer Rückschritt. Die Bundesregierung habe sich doch zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung zu aktiver Gesundheitsvorsorge und stärkerer Verantwortung für das eigene Wohlergehen zu motivieren. Mit der Anhebung könne davon keine Rede mehr sein, meint der Olsberger Betriebsleiter. Hier werde Vorsorge mit einem Luxusartikel verwechselt.

Die Erhöhung der Umsatzsteuer sei schon für Mitte 2014 geplant gewesen, so Butterweck weiter. „Damals ist Einspruch eingelegt worden. Es wurden auch Unterschriften gegen die Erhöhung gesammelt und dem Gesundheitsminister übergeben. Aber ohne Erfolg.“ Lediglich der geplante Einführungstermin sei um ein halbes Jahr verschoben worden.

Der Eintrittspreis für eine Tageskarte erhöht sich ab 1. Juli im Aqua nun von 16,50 Euro auf 18,30 Euro. Wie der Saunagänger darauf reagiert, bleibt jetzt abzuwarten.

Weniger Besuche

Doch die Betriebsleiter der großen Freizeitbäder rechnen damit, dass der eine oder andere Gast seine Besuche reduziert. Der Deutsche Sauna Bund geht bei 4,6 Mio. Saunagängern, die einmal wöchentlich öffentliche Saunaanlagen besuchen, schon jetzt von einem immensen volkswirtschaftlichen Schaden aus.

Auch das Hallenbad in Brilon ist mit seinem Saunabereich von der Anhebung betroffen. Schwimmmeister Dietmar Michel ist von der Entwicklung ebenfalls nicht begeistert. „Bei uns wird sich das finanziell vermutlich nicht so stark bemerkbar machen, weil wir noch moderate Preise haben. Bei den größeren Freizeitbädern sieht das sicherlich anders aus.“ Schon 2005, so Michel, sei die Umsatzsteueranhebung erstmals thematisiert worden. Auch er meint, dass mit der Entscheidung der Vorsorgegedanke mit Füßen getreten werde.

In der vor einigen Wochen vom Rat beschlossenen Preiserhöhung für Saunabesuche im Hallenbad von 6 auf 7,50 Euro (statt 3,5 jetzt aber 4 Std.) ist die erhöhte Umsatzsteuer bereits einkalkuliert.