S wie Schnitt
29.03.2010 | 14:27 Uhr 2010-03-29T14:27:00+0200
Schnitt für Schnitt zum perfekten Garten im Frühling.
Pünktlich im Frühling juckt es in den Gärtnerhänden. Sträucher, Hecken und auch Rosen brauchen jetzt für einen guten Start ins Wachstum den gezielten Einsatz der Schere. Zwei Profis verraten Tricks für den perfekten Schnitt.
Fachfrau für die Königin der Blumen ist Mechthild Heidrich vom Rosenbogen Bruchhausen. Grundsätzlich gelte für den Rosenschnitt nach dem Winter folgende Regel: „Alles Braun- und Schwarzgewordene muss ab. Man muss bis ins grüne, also gesunde Holz schneiden.” Egal, ob die Strauchrose eigentlich nur bis auf Kniehöhe gekürzt werden sollte. „Hier in dieser kalten Gegend sagt der Frost, wie tief wir schneiden müssen”, sagt Mechthild Heidrich. „Viele Leute schneiden zu zaghaft und trauen sich nicht.” Aber aus schwarzen Trieben wachse definitiv nichts mehr.
Wenn der Frost die Rosen verschont haben sollte, gilt: Niedrige Rosen wie Beetrosen müssen bis zum Boden geschnitten werden. Strauchrosen sollten nur bis auf zwei Drittel gestutzt werden.
Für den richtigen Zeitpunkt für den Schnitt sollten sich Rosenfans an der Natur orientieren: „Wenn die Forsythien eine gute Woche blühen, kann der Schnitt beginnen”, rät die Fachfrau.
200 Rosensorten warten im Kühlhaus auf ihre Pflanzung. „Die ersten bestellten Rosen Richtung Niederrhein sind schon verschickt.” Im Hochsauerland müssen sich Liebhaber noch gedulden. Das „Frühlingserwachen” im Rosenbogen beginnt am Samstag, 27. März - dann wird auch der Rosenschnitt gezeigt.
Für Bäume und Hecken hat Friedel Klauke aus Züschen ein paar Tipps parat: „Schneiden Sie jetzt, wenn der Schnee geschmolzen ist. Wenn man zu lange wartet, schneidet man zu viele Knospen ab.”
Bei Hecken sollte darauf geachtet werden, dass sie nach oben hin schmaler werden. „Dann kommt Luft und Licht an die unteren Äste - sonst verkahlen sie”, erklärt der Gärtnermeister. Damit es gerade wird, helfe eigentlich nur ein gutes Auge.
Grundsätzlich gelte beim Schnitt: „Zu große oder alte Äste ganz unten herausnehmen.” Junge Triebe sollten in Ruhe wachsen dürfen. „So bleibt die Form natürlicher.” Die Frühjahrsblüher wie die Forsythie sollten bis nach der Blüte verschont werden. „Aber dann kann auch Rhododendron radikal geschnitten werden”, sagt Friedel Klauke.
Finger weg
Von Hortensien sollten Hobby-Gärtner die Finger lassen- denn meist werden die Blüteknospen beim Einsatz der Schere erwischt. „Höchstens das Trockene entfernen”, rät der Fachmann - egal, ob die jeweilige Hortensiensorte nun am alten oder neuen Holz blüht.
Bei Obstbäumen und Rosen muss das alte Laub entfernt werden. „Verbrennen Sie es oder entsorgen Sie es in der Biotonne.” Auf den Kompost gehört das Laub definitiv nicht, denn so bleiben die darin überwinternden Krankheiten wie Pilze im Garten.
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