Risikofaktoren lassen sich reduzieren

Wollen mit der Babyschlafsack-Kampagne das Risiko des plötzlichen Kindstods senken: Anne Nübold, Sparkasse Brilon, Sandra Dietrich-Siebert, Adler Apotheke, Zoi Malawetsis (mit Baby Nils) leitende Hebamme, Schwester Marianne, Stationsleiterin der Säuglingsstation und Chefarzt Dr. med. Thomas Laker
Wollen mit der Babyschlafsack-Kampagne das Risiko des plötzlichen Kindstods senken: Anne Nübold, Sparkasse Brilon, Sandra Dietrich-Siebert, Adler Apotheke, Zoi Malawetsis (mit Baby Nils) leitende Hebamme, Schwester Marianne, Stationsleiterin der Säuglingsstation und Chefarzt Dr. med. Thomas Laker
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Jedes Baby, das im Briloner Maria Hilf-Krankenhaus zur Welt kommt, erhält einen Schlafsack. Damit startet das Krankenhaus eine Initiative zur Prävention des plötzlichen Kindstods.

Brilon..  Der kleine Moritz ist der erste: Jedes Baby, das im Briloner Maria Hilf-Krankenhaus zur Welt kommt, erhält einen Schlafsack. Damit startet das Krankenhaus eine Initiative zur Prävention des plötzlichen Kindstods. Etwa 400 Kinder erliegen jährlich in Deutschland diesem Phänomen. „Wir wollen die Eltern nicht nur theoretisch informieren, sondern ihnen auch ein praktisches Vorbild sein“, so Dr. med. Thomas Laker, Chefarzt der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Als mögliche Ursachen gelten u.a. anderem Rauchen in der Schwangerschaft oder in Anwesenheit des Babys. In mehreren Studien ist außerdem erwiesen, dass Schlafen mit Decken und Kissen das Risiko drastisch erhöht, weil die Kinder während der Nacht darunter rutschen und so überwärmen. „Eltern, die ihre Babys im Schlafsack und in Rückenlage zum Schlafen legen, statt sie mit einer Bettdecke zuzudecken, können die Risikofaktoren ganz erheblich reduzieren“, so das Krankenhaus. Schon seit Jahren klären die Hebammen und Kinderkrankenschwestern des städtischen Hauses frischgebackene Eltern über die Gefahren des plötzlichen Kindstods und über bekannte Risikofaktoren auf.

Mit der Schlafsack-Aktion geht man noch einen Schritt weiter. Dr. Laker: „Dies ist nicht nur ein schönes Andenken, sondern gleichzeitig eine wichtige Präventivmaßnahme und liegt uns deshalb besonders am Herzen.“ Unterstützung bei der Kampagne erhält das Krankenhaus von der Sparkasse Hochsauerland und der Adler Apotheke.

Kleine Halsöffnung

Schwester Marianne, Stationsleiterin der Säuglingsstation, kennt sich aus: Die Schlafsäcke wurden sorgfältig von allen Beteiligten aus verschiedenen Modellen ausgesucht. Eine kleine Halsöffnung und kleine Armlöcher sind genauso wichtig wie ein strapazierfähiger Verschluss und eine gute Passform. Nur mit einem genau passenden Schlafsack lässt sich das Risiko für einen Kindstod deutlich senken.