Rasur kostet 2,50 Euro

Noch schlechter ist es um die Wolle bestellt. Der „Schaffriseur“ bekommt 2,50 Euro pro Rasur und schafft 120 Facon-Schnitte am Tag. Für das Kilo Wolle zahlt der Händler 20 Cent. Und selbst wenn eine Heidschnucke zwei Kilo Pelz auf dem Buckel hat, ist schon der Besuch des Coiffeurs ein Zuschussgeschäft. „Wir verschenken die Wolle sogar. Aber sie muss runter, sonst verfilzen die Tiere und die Wollflocken fliegen überall herum.“ Wusch!

Landschaftsschutz

Von der Kernbotschaft des Osterfestes – Leben, Sterben und Auferstehung – spielen sich zumindest die ersten beiden Parameter auch im Schafstall ab. Vielleicht auch der dritte, denn zumindest gilt das Osterlamm ja als Symbol der Auferstehung. Das Otto-Normal-Schaf hat eine Lebenserwartung von acht Jahren, manche werden auch zwölf. Aber neben den kleinen Lämmern muss in der Herde immer wieder aussortiert werden.

120 „Jährlinge“ behält Schäfer Erhardt pro Jahr in seinem Woll-Team. 70 alte Tiere treten aber auch den gleichen Weg wie die männlichen Lämmer an. Keine schöne Vorstellung. Aber: Nur wenn die Schäfer auch Fleisch verkaufen können, lohnt sich die Schafhaltung. Nur dann ist auch der Landschaftsschutz garantiert. Zumindest ein kleiner Trost! Aber es ist ja Ostern und das verschweigen wir den Lämmern, woll?!