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Windkraft-Interview.

Probleme ignoriert

01.10.2014 | 00:22 Uhr

Windkraft-Interview. Herr Ahn hat ein erhebliches wirtschaftliches Eigeninteresse. Jede durch die Windenergie ausgelöste Planänderung ist für seine Branche ein Zusatzauftrag. Herr Ahn sollte den Begriff des Infraschalls kennen. Infraschall ist eine Luftdruckschwankung in der nichthörbaren Frequenz von unter 20 Hz. Sie entsteht, wenn der Flügel den Mast passiert. Der getaktete Infraschall einer Windenergieanlage (WEA) unterschreitet die 45 dB-Marke erst nach 15 bis 20 km und bei einem Windpark von 12 WEA erst bei der 50 Km-Marke (Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften). Deren Studie bezeichnet Infraschall als „unhörbaren Lärm“.


Ist Infraschall schädlich? (...) Durch die Universität München wurde 2003 untersucht, ob die Luftdruckschwankungen mit Rettungs- und Polizeieinsätzen korrelieren. Das Ergebnis der Studie basiert auf 31,5 Mio. Luftdruckdaten und rd. 130 000 Einsatzdaten von Rettungskräften und Polizei. Der Zusammenhang zwischen Luftdruckschwankungen und Einsatzdaten bis hin zur Suizidalität besteht! (Quelle: ProMet[eorologie] 2007, S. 133 ff.)

Könnte daraus zu folgern sein, dass nur solche Plätze geeignet sind, an denen die Orte durch das Gelände vor dem Infraschall geschützt werden? Sowohl die Dezernentin bei der Bezirksregierung als auch die Planungsbüros ignorieren das Problem vollständig. Was Ideologie und Gier stört, wird ausgeblendet, ignoriert oder geleugnet (...)

Wolters & Partner hat die „Qualität“ seiner Planung demonstriert: Den Sperrenberg zwischen Brunskappel und Wiemeringhausen „verlegte“ man an den Ortsrand von Bruchhausen. Bestimmte Gipfel schloss man wegen ihrer Höhe aus, und übersah, dass man höhere und empfindlichere Gipfellagen beplante.

Ein Standort wurde wegen zu hoher Erschließungskosten aussortiert, ein anderer Standort beplant ohne zu erwähnen, dass er in drei Richtungen von Naturschutzgebieten umgeben war.

Als angemessene Reaktion der Politik hätte ich erwartet: „Liebe Firma Wolters, versuche es noch einmal. Komme wieder, wenn dieser und andere Widersprüche in deiner Planung beseitigt sind.“

Aber warum sollte man eine bessere Arbeit abliefern, solange Politik und Verwaltung solche Ergebnisse akzeptieren und bezahlen? Bei der Dezernentin der Bezirksregierung bzw. die Regionalplaner Bosch und Partner gehören kilometerlange Weihnachtsbaumkulturen noch zum naturnahen Raum. Man müsste sich allerdings vom Schreibtisch erheben, um das zu bemerken. Andere Dörfer werden in der Regionalplanung von Windrädern umzingelt.
Winfried Rampe,
Olsberg

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Probleme ignoriert
Probleme ignoriert
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2014-10-01 00:22
Nachrichten aus Brilon, Marsberg und Olsberg