Politik stellt sich hinter das Bergdorf-Projekt

Der Bauausschuss sprach sich für die Einleitung der ersten planungsrechtlichen Schritte für das Gutshof-Resort in Gudenhagen-Petersborn aus.

Brilon..  Das von einer Investorengruppe um den Briloner Architekten Eckhard Lohmann herum bei Gudenhagen-Petersborn geplante Gutshof-Urlaubsresort findet breite Unterstützung in der Politik. Ohne Gegenstimme hat sich der Bau- und Planungsausschuss für die Einleitung der ersten planungsrechtlichen Schritte wie eine sog. Landesplanerische Anfrage und die Änderung des Flächennutzungsplanes ausgesprochen. Lediglich der Ortsvorsteher von Gudenhagen-Petersborn, CDU-Stadtrat Wolfgang Diekmann, enthielt sich bei der Abstimmung.

Diekmann macht sich nämlich für eine Verlegung des Standortes stark. Er hält die Fläche am Ortsrand, vor dem Sportplatz, für geeigneter. Damit greift Diekmann vor allem die Sorgen der Anwohner am Kahlen Hohl auf.

Rund 200 Autofahrten pro Tag

Durch ihre Siedlung nämlich soll das Feriendorf nämlich erschlossen werden. Die damit verbundene Verkehrsbelästigung ist eine Sache. Rund 200 Autofahrten, so die Berechnungen, würden betriebsbedingt pro Tag wohl anfallen. SPD-Ratsherr Wolfgang Kleineberg: „Das ist nicht schön, aber verkraftbar.“ Da seien die Bewohner in der Kernstadt ja ganz anderen Betrieb vor ihrer Haustür gewohnt.

Im Schnitt 130 Gäste in der Anlage

Was die Anlieger über diese künftige Belästigung hinaus wesentlich mehr verärgert, ist der mit dem Ferienpark möglicherweise notwendige Ausbau ihrer Anliegerstraße und die damit verbundenen Kosten.

Das war auch Dienstagabend schon bei einer Info-Veranstaltung im Gemeinschaftshaus Grün-Weiß zur Sprache gekommen. Gut und gerne 150 Einwohner waren dazu erschienen. Bereits bei der Aufarbeitung der Sturmschäden nach Kyrill sei die Straße - Stadtplaner Gernot Oswald: „Eigentlich ein Wirtschaftsweg.“ - ramponiert worden. Von dem Geld, das für die Beseitigung derartiger Kollateralschäden nach Kyrill bereitgestellt wurde, habe Gudenhagen-Petersborn „am wenigsten gesehen“. „Irgendwann muss die Straße ja mal fertig gemacht werden“, sagte der langjährige frühere SPD-Ratsherr Günther Heuel-Bonrath und stimmte die Anlieger darauf ein, dass sie sicher irgendwann einmal zu Erschließungskosten herangezogen werden müssen. „Das Projekt passt“, befand er: „Da entsteht was Gutes.“

Frischzellenkur für den Ort

Ortsvorsteher Wolfgang Diekmann machte sich Sorgen um die nach Jahrzehnten jetzt endlich auf den Weg gebrachten neuen Bauplätze am Kahlen Hohl. Das Feriendorf grenzt unmittelbar an sie an. „Da wird es keinen Mallorca-Rummel geben“, sagte CDU-Stadträtin Karin Bange. Das Resort-Konzept sei auf eine ganz andere Klientel ausgerichtet: „Das ist ein ganz hochwertiges Angebot.“ Und eine generelle Bereicherung des touristischen Angebotes im Briloner Süden allgemein und besonders eine Frischzellenkur für Gudenhagen-Petersborn selbst.

Eine Gruppe von Einwohnern um Berthold Krämer herum hatte sich mit dem Projekt und seinen möglichen negativen Auswirken auf das Dorf befasst. Eine Befürchtung: dass durch die unzureichende Zufahrt womöglich eine weite Teile des Orts betreffende Einbahnregelung kommen könne. Deshalb sollten alternative Zufahrten zu dem Gelände gesucht werden.

Strikter Durchführungsvertrag

Am besten allerdings sei, von dem Standort abzurücken und das Projekt in der Nähe, etwa am Ortseingang, umzusetzen. Da spiele die Bezirksregierung nicht mit, sagte Planungsfachmann Oswald. Während das Resort an der ausgesuchten Stelle ortskernnah die Siedlungsfläche verdichtet, würde die Anlage am Bürgerwald „losgelöst vom Dorf in die Landschaft ragen“. Das sei nicht gewünscht. Und außerdem wollen die Investoren gar nicht auf die ebene - und damit für die Projektphilosophie langweilige - Fläche.

Einigkeit bestand im Ausschuss, dass die Genehmigung an einen Durchführungsvertrag gebunden werde. Das soll verhindern, dass lediglich Fragmente des schmackhaft gemachten Projekts errichtet und eine andere, private Wohnnutzung erzielt werden könnte.