Politik schiebt Hotel-Projekt im Stadtkern an

Brilon..  Einstimmig hat der Bau- und Planungsausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich zwischen Springstraße, Nikolaistraße, Scharfenberger Hof und Obere Mauer angeschoben. Damit soll das gastronomische Großobjekt des Briloner Unternehmers, Gründer und Seniorchef der Fa. Rembe, realisierbar werden.

Wie berichtet, hat Bernhard Penno in Bereich von Springstraße und Obere Mauer Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 2500 qm erworben und für sein Vorhaben fünf Häuser abreißen lassen.

Wegen der Dimensionen des Baukörpers hatte die Verwaltung das Projekt bekanntlich nicht nach § 34 Baugesetzbuch genehmigt. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag der Verwaltung, das Bebauungsplangebiet in zwei unterschiedlich intensiv nutzbare Bereiche zu gliedern. So soll der Hotelbereich z.B. statt der üblichen Grundflächenzahl von 0,6 im Keller mit 0,8 - sprich: 80 Prozent bebaubar - ausgewiesen werden. Die Geschossflächenzahl soll in diesem Bereich von 1,2 auf 1,5 erhöht werden. Stadtplaner Gernot Oswald: „Damit kann der Investor das Grundstück etwas intensiver nutzen.“

Die Firsthöhe wird an der Springstraße auf 16 m festgesetzt. Für technische Einrichtungen, etwa die Aufzugüberfahrt, können die Giebel auf 17,5 m hochgezogen werden. Weil derzeit die Springstraße dort teilweise auf Privateigentum verläuft, muss die Fahrbahn etwas schmaler werden.

Das Gebäude erhält drei Vollgeschosse, hinzu kommen ein Staffelgeschoss nebst Satteldach. Das Gebäude ist an der Springstraße rund 51 m lang und ca 27,5 m tief. Das Haus soll auf 138 Betten ausgelegt sein und ein Restaurant erhalten. Besondere Wellness-Angebote oder ein Hausschwimmbad hat der Investor nicht vor Augen. Bernhard Penno möchte lieber bestehende örtliche Angebote in das Konzept einbinden.

Die Fassade erhält großzügige Holzelemente - ein architektonisches Bekenntnis zur Region allgemein und zur Stadt des Waldes im Besonderen. Auf die Brachfläche an der Oberen Mauer baut der Unternehmer ein Boarding-House - eine komfortable Bleibe auf Zeit z.B. für Mitarbeiter oder Gäste heimischer Unternehmen. Das Haus erhält 34 Plätze und eine Tiefgarage. Gernot Oswald gab zu bedenken, dass die Plätze in den Tiefgaragen für Personal und Gäste nicht reichen.

Für sein zweites Grundstück an der Oberen Mauer, zwei Häuser weiter Richtung altes Finanzamt, hat Bernhard Penno noch keine Pläne. Das Gebäude bleibt vorerst stehen - „Vielleicht findet sich eine andere Nutzung.“

Bürgerversammlung

Für den 25. März ist eine Bürgerversammlung ins Auge gefasst. Bei dem Projekt, so stv. Ausschussvorsitzender Michael Hilkenbach, müsse man „auf gute Nachbarschaft achten“. Wie Stadtplaner Oswald sagte, könne der Bebauungsplan im August stehen. Derweil scharrt der Investor allerdings mit den Füßen. Penno zur WP: „Eigentlich wollten wir schon vor einem Jahr da stehen, wo wir heute sind.“

Im vergangenen Frühjahr hatten der damalige Bürgermeister Franz Schrewe und Sparkassen-Chef Peter Wagner das Penno-Projekt als Initialzündung für weitere strukturelle Maßnahmen im Oberen Quartal bezeichnet. Ins Auge gefasst: eine Tiefgarage im Bereich der gesamten bisherigen Parkplätze zwischen Springstraße und Marktstraße. Peter Wagner: „Daran hat sich nichts geändert.“

Schon mehrfach hat es Überlegungen zur Bebauung dieses in unmittelbarer Marktplatznähe liegenden Areals gegeben. „Gespräche laufen“, so Peter Wagner zur WP. Und zwar immer wieder mal. Konkret sei jedoch derzeit nichts. In das Konzept einbezogen werden müsste das sogenannte Osthoff-Karree, das Wohn- und Geschäftshaus direkt am Marktplatz.