Pfiffiger Plan: Hotel bauen, Äpfel ernten
20.06.2008 | 18:09 Uhr 2008-06-20T18:09:00+0200Brilon. Pascal, Marcel und Alexander haben in den letzten Wochen richtig geschuftet. Sträucher schneiden, Wege freiräumen: Die Sechstklässler der Hans-Zulliger-Schule haben viel Zeit in der Natur verbracht. Sie nehmen am Wettbewerb „Erlebter Frühling” der Naturschutzjugend teil.
Ihr Projekt hört sich zunächst einmal ungewöhnlich an: Sie haben ein Hotel für Insekten gebaut. Dahinter verbirgt sich aber ein ausgeklügelter und pfiffiger Plan. Auf dem Gelände, wo das Insekten-Hotel entstanden ist, steht auch ein Apfelbaum, der noch nie Früchte getragen hat. Dies soll sich jetzt jedoch ändern, indem Bienen und andere Insekten angelockt werden.
Mehr als zwei Meter hoch ist der Holzbau, der ein wenig an ein riesiges Vogelhäuschen erinnert. Unter einem Dach sind Äste aufgeschichtet. Die Zwischenräume bieten Insekten den optimalen Raum, sich hier einzunisten. Wenn alles gut läuft, könnte man dann vielleicht schon im kommenden Jahr Äpfel ernten.
Neben dem Bau des Hotels, bei dem auch die Werkgruppe der Schule tatkräftig mitgeholfen hat, kümmerten sich Pascal, Marcel und Alexander auch um den Barfußpfad, der sich unter dem Apfelbaum herschlängelt - der war nämlich ziemlich zugewachsen. „Das war die schwierigste Aufgabe, den wieder frei zu legen”, erklärt der 13-jährige Marcel.
Noch viele gute Ideen
In der Jugendherberge Brilon ist man von dem Schulprojekt begeistert - auf deren Gelände steht der Apfelbaum und das Insektenhotel nämlich. Birgit Feldmann, pädagogische Leiterin der Herberge, überbrachte den Kindern gestern ein ganz besonderes Dankeschön: Die Patenschaft für das kleine Gelände. Die Jugendherberge wird weiterhin Werkzeuge stellen und die Materialkosten für zukünftige Projekte übernehmen.
Abgeschlossen sind die Arbeiten nämlich noch lange nicht, dafür haben die drei jungen Naturforscher und ihre Lehrerin Nicole Köchling-Dicke noch zu gute Ideen: Nach den Ferien soll das Hotel nämlich auch noch weiteren Bewohnern Platz bieten. Auf dem Dach könnten Vögel Platz finden, am Boden soll zudem ein idealer Lebensraum für Igel geschaffen werden. Sogar über die Anbringung von Solarzellen hat man bereits nachgedacht.
Das ist aber momentan noch Zukunftsmusik. Jetzt ist man erstmal mächtig stolz über das bisher Erreichte. Das Projekt wird jetzt dokumentiert und dann für den bundesweiten Wettbewerb „Erlebter Frühling” eingereicht. Natürlich hoffen Marcel, Alexander und Pascal auf einen der vorderen Plätze.
Gute Erfahrungen hat man mit diesem Wettbewerb in der Hans-Zulliger-Schule schon gemacht: Vor fünf Jahren erreichte man schon einmal den ersten Platz. Damals hatte man auf dem Schulgelände einen Rasenstück zu einer Wiese umgewandelt. Vielleicht reicht es ja auch in diesem Jahr wieder zu einer Top-Platzierung. An Kreativität und Begeisterung mangelt es den drei Schülern und ihrer Lehrerin jedenfalls nicht. Und im kommenden Jahr kann man dann vielleicht in die selbstgepflückten Äpfel beißen.
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