Peinliche Minuten am Kartenlesegerät
08.01.2010 | 09:00 Uhr 2010-01-08T09:00:00+0100
Altkreis. EC-Terminals im Einzelhandel werden langsam auf neue Chipkarten eingestellt. Unterschiedlich viele Problemfälle in der Region.
Starke Nerven musste haben, wessen EC-Karte in den vergangenen Tagen den Kartenleser bloß zum blinkenden Schriftzug „Kartenfehler” animierte. Konto nicht gedeckt? Karte manipuliert?
In den meisten Fällen wohl nicht. Ein Softwarefehler im Chip führte zu Fehlermeldungen, obwohl tatsächlich kein Defekt vorlag. Es war bloß ein neues Jahr angebrochen. 2010 scheint eine schwierige Zahl für die Chips zu sein, konnten sie das Datum doch nicht verarbeiten und schlugen Alarm.
Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt. Das Bild im Altkreis ist dennoch gemischt: Während einige Geschäfte kaum Probleme hatten, nervte in anderen die Fehlermeldung Kunden und Kassierer.
Zum Beispiel in Medebach in der Marien-Apotheke. 15 bis 20 Fälle hat Inhaber Paul Hundelshausen seit Anfang des Jahres gezählt. „Zum Glück habe ich einen Geldautomaten am Haus”, sagt der Apotheker. Trotzdem: „Das EC-Terminal kostet 25 bis 40 Euro Miete im Monat. Wenn das nicht auf dem neusten Stand ist, ist das ärgerlich.” Gut gelaufen ist es dagegen in Olsberger Hit-Markt. „Nichts”, hat der stellvertretende Marktleiter Geord Balkenhol bisher vom Karten- K.o. gespürt. „Es gab keine Probleme.” Ebenso im Rewe-Markt in Hallenberg. Nur bei einer Kundin sei die Karte nicht lesbar gewesen. Ob das an einem Chipfehler lag oder andere Gründe hatte, wüsste man nicht einmal.
Panik unverständlich
Auch bei der Tankstelle Bunse in Marsberg lief alles glatt. „Ich verstehe die Panik nicht, die verbreitet wird”, wundert sich Angestellte Kerstin Backhaus. In Winterberg-Züschen an der Calpam-Tankstelle dagegen muckte der Kartenleser: „Wir hatten aber Glück”, so Inhaberin Gabriele Drescher Die Kunden hatten genug Bargeld oder eine zweite EC-Karte dabei”. So blieb sie nicht auf den Kosten sitzen.
Dass die Kunden vom „Geldholen” einfach nicht mehr wiederkamen, musste der Briloner Rewe-Markt erleben. „Aber nur in vier oder fünf Fällen”, schränkt die stellvertretende Marktleiterin Christel Bremicker ein. Insgesamt habe sie weit mehr Fehlfälle gehabt. Mittlerweile liefe die Kartenzahlung wieder: „Ich schätze, zu 99 Prozent.”
Laut Bernhard Hohmann von der Sparkasse Hochsauerland sind es bald wieder hundert Prozent. Die unterschiedlichen EC-Kartenleser der Händler würden einzeln angesteuert und an die Karten angepasst. Das brauche Zeit, „aber ab Montag sollten alle Terminals funktionieren.” Hohmann weist dringend daraufhin, die Kartenchips nicht mit Klebefilm zu überkleben. Dies bringe nichts und beschädige bloß Karte und Lesegerät.
Aufatmen können die Kunden der Volksbank Bigge-Lenne eG: "Wir sind von diesen Problemen nicht betroffen. Die aktuelle VR-BankCard sowie alle im Umlauf befindlichen Kreditkarten funktionieren. Verfügungen an Geldautomaten und Händlerterminals sind uneingeschränkt möglich", so Michael Becker, Regionaldirektor der Bank.
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