Pater Alex ist angekommen

Winterberg..  Viel Regen ist Pater Pradeep Alex aus seiner Heimat Kerala im Südwesten Indiens gewöhnt, allerdings fallen die Niederschläge dort generell deutlich wärmer aus als an seiner neuen Wirkungsstätte in Winterberg.

Am vergangenen Donnerstag kam der 39-jährige Pater bei Sturm, Dauerregen und Schneematsch an, doch der Empfang im Pastoralverbund Winterberg fiel dagegen warm und herzlich aus. Pater Alex dazu: „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, in Winterberg zu leben.“

2002 zum Priester geweiht

Pater Alex gehört dem Orden der Missions-Gesellschaft des Heiligen Apostels Thomas, kurz „Thomas-Christen“ genannt, an, der vor knapp 2000 Jahren gegründet wurde. Im Frühjahr 2002 wurde Pater Alex zum Priester geweiht, nach dem er zwölf Jahre das Priesterseminar besucht und dort Philosophie und Theologie studiert hatte.

Der Hl. Apostel Thomas kam etwa im ersten Jahrhundert als Missionar aus Jerusalem nach Indien - und dieser Aufgabe verschreiben sich seine Ordensbrüder bis zum heutigen Tage. Pater Alex erzählte bei seiner gestrigen Einführung in den Pastoralverbund Winterberg, dass sein Orden 324 weltweit tätige Mitbrüder umfasst, 24 davon in Deutschland. Er selber kam vor einem Jahr gemeinsam mit Pater Franclin, der nun in Marsberg tätig ist, nach Deutschland. Nach einem viermonatigen Sprachkurs am Niederrhein absolvierten die beiden für acht Monate ein Praktikum in Welver, bei dem sie auf die Aufgaben eines Seelsorgers in Deutschland vorbereitet wurden.

Pfarrer Norbert Lipinski freut sich sehr, dass Pater Alex ab sofort für Entspannung der engen Personaldecke des Pastoralverbundes sorgt. Sein Vertrag mit dem Erzbistum Paderborn sei erst einmal für fünf Jahre ausgelegt, eine Verlängerung sei möglich. Das Aufgabengebiet von Pater Alex wird seelsorgerische Tätigkeiten wie das Feiern von Gottesdiensten, die Spendung von Sakramenten und die allgemeine Begleitung der Menschen in allen vier Gemeinden des Pastoralverbundes umfassen.

Einsatz bei der Bob-WM

Ein außergewöhnlicher Einsatzort steht jetzt schon fest: Bei der Bob- und Skeleton-WM planen die katholische und die evangelische Kirche ein gemeinsames „Zelt der Stille“ auf dem Bobbahngelände, wo Sportler und Besucher eine Rückzugsmöglichkeit finden können. Aufgrund seiner guten Englischkenntnisse werde Pater Alex hier eine wertvolle Bereicherung sein, so Lipinski.

Wohnen wird Pater Alex in Züschen - momentan noch in einer Ferienwohnung, ab 2016 dann im Pfarrhaus, sobald die Renovierungsarbeiten dort abgeschlossen sind. Ein Ehepaar aus dem Ort hat sich auch schon bereit erklärt, Pater Alex in seiner ersten Zeit zu begleiten, ihn bei der Eingewöhnung in das neue Umfeld und auch in sprachlichen Dingen zu unterstützen. Norbert Lipinski: „Wir nehmen Pater Alex herzlich und wohlwollend in unserer Mitte auf und wünschen ihm, dass er sich bald im Sauerland zuhause fühlt.“