Patenschaften für 13 neue Stolpersteine

Brilon..  Unter ihnen waren ein Metzger, ein Schneider und ein Kaufmann, sie hatten zum Teil Kriegsdienst geleistet und schienen in Brilon integriert zu sein: Das hat die jüdischen Männer und ihre Angehörigen nicht vor den Gräueltaten der Nationalsozialisten gerettet. Familie Mansberg (Schulstraße 10), die Familie Neuwahl (Südstraße 10), das Ehepaar Wilson (Königsstraße 21) und die Familie Neuwahl (Kirchenstraße 22) wurden ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Bekannt ist, dass sie in den Jahren 1942/43 nach Auschwitz, Zamosc und Theresienstadt deportiert wurden.

Aufruf gefolgt

Die Demokratische Initiative setzt sich dafür ein, dass ihr Schicksal nicht vergessen wird: Sie folgt dem Aufruf von Rat und Jugendparlament und übernimmt die Patenschaft für 13 Stolpersteine in Brilon. Die gespendeten 1560 Euro sollen laut Demokratischer Initiative vor allem für die oben genannten Familien eingesetzt werden.

Mit der Verlegung von fünf Stolpersteinen am Haus Goldberg in der Gartenstraße wurde seitens der Stadt der Anfang gemacht. „Die durch die Stolpersteine angestoßene Erinnerungskultur ist ein wesentlicher Beitrag zur politisch-historischer Bildung vor Ort“, so der Vorsitzende der Initiative, Dr. Hans-Günther Bracht. Er hofft, dass viele weitere Vereine und Einzelpersonen Patenschaften für neue Stolpersteine übernehmen.

Publikation erhältlich

Außerdem weist die Initiative darauf hin, dass die Publikation „Juden in Brilon zur Zeit des Nationalsozialismus. Dokumente, Familienschicksale, Zeitzeugenaussagen“ nachgedruckt wurde und im örtlichen Buchhandel wieder erhältlich ist.

„Wir sind bereit, jeder Familie, die in Häusern wohnt, in deren Bürgersteig Stolpersteine eingelassen werden, diese Publikation kostenlos als eine Informationsgrundlage zu überlassen“, so Bracht weiter.