Noch keine Entscheidung zu den zentralen Unterkünften

Olsberg/Brilon. Nicht gerade ergiebig waren die Informationen zur Unterbringung von weiteren Asylbewerbern, die Bürgermeister Wolfgang Fischer Donnerstagabend für die Ratsmitglieder unter „Mitteilung“ im öffentlichen Teil der Sitzung parat hatte. Fischer betonte noch einmal, dass die Stadt Olsberg weiterhin auf dezentrale Unterbringung setze. Derzeit habe man 30 Objekte angemietet.

Außerdem teilte Fischer mit, dass per Anzeige ein Hausmeister für ein paar Wochenstunden gesucht werde. Sozialamtsleiter Norbert Märtin, dem Fischer für sein großes Engagement dankte, könne diese umfangreichen Aufgabenbereiche nicht mehr allein schultern. Weitere Informationen kündigte Fischer für den nichtöffentlichen Teil an.

Auf Nachfrage wollte und durfte der Pressesprecher der Stadt, Jörg Fröhling, keine nähere Auskünfte zu diesem Punkt der Tagesordnung erteilen. Es handele sich um Liegenschaftsangelegenheiten und die seien nun einmal nicht öffentlich. Fröhling räumte lediglich ein, man werde die weitere Entwicklung abwarten.

Mit einem eindringlichen Appell hatte sich die Bezirksregierung in Arnsberg in der vergangenen Woche an die Bürgermeister gewandt. Sie sollten prüfen und umgehend melden, welche zusätzlichen Einrichtungen für die Unterbringung von Asylsuchenden zur Verfügung gestellt werden können (die WP berichtete).

Da in jedem Fall eine Rückantwort gefordert war, hatten Marsberg, Medebach, Winterberg und Hallenberg Fehlanzeigen gemeldet. Sie sehen keine zusätzlichen Möglichkeiten zur kurzfristigen Bereitstellung von Notunterkünften, die den Vorgaben des Landes entsprechen.

Gemeldet werden sollten Gebäude, die mindestens zwei bis vier Wochen nutzbar sind, Möglichkeiten zur Unterbringung von mindestens 150 Personen bieten und entsprechende sanitäre Anlagen haben.

Während in Olsberg Bürgermeister Fischer immerhin in nichtöffentlicher Sitzung die Stadtvertreter ins Bild setzte, sind die Fraktionen des Briloner Rates noch immer nicht in das Thema involviert.

Wie Bürgermeister Dr. Christoph Bartsch gestern zur WP sagte, „überlege“ er, im Hauptausschuss am kommenden Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung etwas zu dem vorgeschlagenen Objekt zu sagen. Bisher, so Dr. Bartsch weiter, habe er auf seine Meldung noch keine Reaktion aus Arnsberg erhalten. Soviel ließ er gegenüber der WP aber heraus: „Ich zweifele, ob das Objekt den Bedingungen gerecht wird“

Beim Thema unterscheiden

Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung, macht deutlich, dass man bei dem Gesamtthema unterscheiden müsse zwischen der Bereitstellung von Erstaufnahme-Möglichkeiten, also quasi Notunterkünften, und der längerfristigen Unterbringung von Flüchtlingen, die den Städten zugewiesen werden. „Ein Ende der Asylbewerber-Zugangswelle zeichnet sich nicht ab“, so Söbbeler.