Nicht nur die Schweizer lieben Waffeln

Heinz Urbisch beim Waffelbacken im Imbissstand
Heinz Urbisch beim Waffelbacken im Imbissstand
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Monika und Heinz Urbisch betreiben ihren Getränke- und Imbissstand seit rund 30 Jahren in Kurve 5 des Winterberger Eislabyrinths.

Winterberg..  Dass die Waffeln an der Bobbahn besonders gut schmecken, hat sich bis in die Schweiz herumgesprochen. Aber nicht nur die Kufenflitzer aus dem Alpenland gehören zu den Stammkunden von Monika und Heinz Urbisch, die ihren Getränke- und Imbissstand seit rund 30 Jahren in Kurve 5 des Winterberger Eislabyrinths bewirtschaften.

Hier gibt es von der heißen Schokolade über Kaffee, Cappuccino und Glühwein bis Bock- und Bratwurst, Sandwich und eben den leckeren Waffeln alles für den kleinen Hunger oder Durst zwischendurch. „Wir kennen die meisten Bob-, Rennrodel- und Skeletonsportler, weil sie fast alle mal bei uns waren“, meint Heinz Urbisch (77). Er lebt seit 1968 in Winterberg und ist, was den Imbiss betrifft, seit 25 Jahren mit von der Partie. Es bereitet ihm viel Spaß, am Stand mit Athleten und Funktionären aus aller Welt zu plaudern. „Sonst würde ich das nicht über so viele Jahre schon machen“, meint der Rentner, der Sanitärinstallateur gelernt hat und als Fußballer, Sportkegler, Tennisspieler und Golfer (da ist er heute noch aktiv) über Jahrzehnte eine gute Figur abgab.

Auch viele Bobfans aus Thüringen und Sachsen kommen jedes Jahr an die Bahn. „Du stehst ja immer noch da“, rufen sie ihm lachend zu. Und ein kleines Pläuschchen am Stand gehört dann einfach dazu.

Auch Auskunftsbüro

Als Auskunftsbüro dient der Stand auch vielen Gästen, vornehmlich Holländern. „Wir helfen dann, so gut es geht. Auch mit Flyern sind wir gut bestückt“, so Urbisch. Besonders ans Herz gewachsen sind dem 77-Jährigen die Schweizer Bobfahrer. „Die sind sehr herzlich und einfach immer gut drauf“, mein Urbisch. Egal, ob Ivo Rüegg, Thomas Lamparter, Beat Hefti oder Dominik Scherrer, der das Team aus Großbritannien trainiert, sie alle kommen an den Weltcup-Wochenenden am Stand vorbei, lassen sich die Waffeln schmecken und nehmen jedes Jahr große Mengen davon mit nach Hause. Mit Scherrer trifft sich Urbisch sogar privat.

Hackl „Schorsch“ ohne Geldbörse

Der Hackl „Schorsch“ und die frühere Bobfahrerin Sandra Kiriasis verkehren ebenfalls regelmäßig am Urbisch-Stand. „Eins haben sie gemeinsam, sie haben nie ein Portemonnaie dabei“, meint der 77-Jährige schmunzelnd. „Ich drücke dann immer ein Auge zu.“ Auch der damalige Prinz von Monaco, Hürdenstar Edwin Moses und viele weitere Prominente marschierten schon am Stand vorbei.

In besonderer Erinnerung ist ihm Bob-Olympiasieger Steven Holcomb (USA) geblieben. „Der hat sich bei einer Fahrt im Eiskanal mal verletzt, blutete an der Hand und suchte ein Pflaster. Ich habe ihn dann verarztet. Seitdem winkt er mir immer ganz freundlich zu“, berichtet Urbisch. Und auch die russischen Bobsportler, die vor 30 Jahren mit einem klapprigen Bus anreisten, hat er nicht vergessen. „Die bezahlten in Winterberg ihre Übernachtungen mit Kaviar. Das habe ich selbst erlebt.“

Während der Wintersaison haben Monika und Heinz Urbisch ihren Stand an den Wochenenden, freitags bis sonntags, immer geöffnet, egal ob ein Wettbewerb oder nur Training ansteht. Für die WM wird das Personal erhöht. „An den Tagen geht es richtig rund“, weiß Urbisch aus Erfahrung. Für das Geschäft und so manches Anekdötchen genau das Richtige.