Das aktuelle Wetter Brilon 10°C
Joan Wil Trippe

Neues Heft des Heimatvereins

15.11.2009 | 17:01 Uhr

Medebach. Der Heimat- und Geschichtsverein Medebach hat in seiner Buchserie das Heft Nr. 29 herausgegeben.

Dieses Buch befasst sich mit Joan Wilm Trippe, der von 1720 bis 1800 in Medebach gelebt hat und Medebacher Bürgermeister und Kurkölnischer Schöffe war.

Der Familienname Trippe bezieht sich auf die Vorfahren gleichen Namens in Glindfeld. Joan Wilm war verheiratet mit Maria Catharina Schmidt und hatten neun Kinder.

Einblick in Lebensverhältnisse

Die Schilderung des Familienlebens gibt einen tiefen Einblick in die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit. Über Viehhaltung, die politischen Probleme, in die Verwaltung der Markengenossenschaften und der Gerichtsbarkeit. Ein großes Problem waren die Beilieger. Diese waren vom Bürgerrecht ausgeschlossen, hatten keinen eigenen Besitz und gehörten zur diskriminierten Unterschicht. Das soziale Engagement von Joan Wilm Trippe spiegelt sich wider in der Vielzahl von ihm aus mehreren Familien übernommenen 15 Patenschaften.

Ein weiteres Kapitel sind die Auswanderer um 1820 bis 1900 nach Amerika. Die Brüder Arnold-Friedrich und Wilhelm verließen den Hof Rennefeld, da dieser nicht alle Familienmitglieder ernähren konnte. Sie wollten ihr Glück in der Welt suchen, um später wieder nach Hause zu kommen. Man muss bedenken, dass der Familienkontakt nicht über Telefon, Flugzeug oder Schiffsreisen gehalten werden konnte, der Briefkontakt war die einzige Möglichkeit. Beide haben zwar erfolgreich in Amerika ihre Existenz gefunden, ihre Heimat aber nie wiedergesehen.

Theodor-Franz Trippe

Das dritte Thema des Heftes mit der Nummer 29 ist das Schicksal von Theodor-Franz Trippe, der 1941 zum Militär eingezogen wurde, zunächst Flak-Soldat im Ruhrgebiet war und dann an die Ostfront verlegt wurde. Seine Briefe zeigen seine Liebe zur Heimat. Er kam am 28. Juni 1944 bei Stalingrad in russische Gefangenschaft und starb am 28. September 1944 bei Wolgograd. Sein Grab wurde trotz intensiver Bemühungen seines Bruders Anton nie gefunden.

Der Autor dieses Buches ist Anton Trippe, ein enger Verwandter der erwähnten Personen, auf dem Rennefeld geboren, heute wohnhaft in Kaarst. Das Buch ist erhältlich bei der Touristik GmbH und den Buchhandlungen Schnellen und Beuse-Richter.

Paul Roetz

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2082763/create

Aktuelle Fotos und Videos
Autosalon Brilon
Bildgalerie
Autosalon
Krimi-Einkauf
Bildgalerie
Criminale 2012
Brilon blüht auf
Bildgalerie
Fest
Mediforum in Brilon
Bildgalerie
Gesundheit
Aus dem Ressort
Gemeinsam sind sie noch erfolgreicher
Brilon Kultour
Gemeinsam sind sie noch erfolgreicher als in ihren Spezialbereichen. Die Rede ist von allen Kulturfreunden in der Stadt Brilon, die ihr unglaublich weit gefächertes und qualitativ hoch angesiedeltes Programm jedes Jahr im Brilon Kultour-Heft bündeln. Gestern war es wieder soweit. BWT-Geschäftsführer
„BRI“-kannt wie ein bunter Hund
Kommunalpolitik
Im Hochsauerlandkreis ist sein Lkw - Kennzeichen „BRI DP 68“ - bekannt wie ein bunter Hund: Bernhard Mühlenbein aus Rösenbeck fährt mit seinem blau-roten Hanomag Henschel F 223 von Baustelle zu Baustelle. Er sei der letzte Lkw im Einsatz mit einem Briloner Kennzeichen, weiß Mühlenbein. Das kann sich