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Neueinsaat kostete viel Geld

17.10.2012 | 18:17 Uhr
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Neueinsaat kostete viel Geld
Es gab beim Wintergetreide in diesem Jahr sehr große Schäden, stellenweise an ungünstigen Nordhängen sogar beim Grünland.

Essentho . „Wer den richtigen Schnitt-Rhythmus gefunden hat, der hat auch in diesem Jahr eine gute Grasernte eingebracht“. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, Josef Schreiber aus Medebach, beschreibt so die etwas schwierige Planung der Erntezeitpunkte für die Landwirte in diesem Jahr.

Wer den ersten Schnitt Anfang Mai eingefahren hat, konnte das nächste zweitägige Regenloch fünf Wochen später für den zweiten Schnitt nutzen. Dieser Rhythmus hat gepasst. Wer sich für eine spätere erste Mahd entschieden hatte, konnte dann für den zweiten Schnitt und auch weitere keine der kurzen Trockenperioden in diesem Sommer mehr erwischen.

Auf dem Sauenbetrieb der Familie Ulrich Rasche in Essentho gab der Vorsitzende seinen Ernteüberblick für den Hochsauerlandkreis. Kahlfröste im Februar folgten auf einen eigentlich recht milden Winter. Da der Boden nur noch stellenweise leicht mit Restschnee bedeckt war, schadete der etwa zehntägige starke Frost mit Temperaturen von bis zu minus 27 Grad über fast zwei Wochen den kleinen Getreidepflanzen sehr.

Wetter zerstörte Wintergetreide

Es gab beim Wintergetreide sehr große Schäden, stellenweise an ungünstigen Nordhängen sogar beim Grünland. Die Folge: Das erfrorene Wintergetreide musste umgebrochen werden. Neueinsaat mit Sommergetreide oder Mais und Gras kostete viel Geld (Arbeitsstunden, Saatgut, Treibstoff). Schreiber: „Auswinterungsschäden hatten wir in diesem Ausmaß seit Jahren nicht.“ Ein Zentimeter Schneebedeckung hat den entscheidenden Unterschied für das Überleben der Wintergetreide und Grünlandflächen gemacht.

Dennoch haben die Landwirte im Sommer eine gute Getreideernte einfahren können. In den kurzen „Erntelöchern“ im Sommer konnten entgegen der Prognosen im Frühjahr noch anständige Mengen und ausreichende Qualitäten eingebracht werden. Der hohe Getreidepreis in diesem Jahr ist eine Folge der Dürreperiode in den USA, da Getreide auf dem Weltmarkt gehandelt wird. Das freut auch die heimischen Getreidebauern, ist aber zum Nachteil für all diejenigen, die Getreide kaufen müssen, zum Beispiel die Milchbauern. Nächster unsichtbarer Brocken: Die hohen Energiekosten werden von den Erzeugerpreisen nicht kompensiert.

Beim Grünland folgte auf eine ruhige Frühjahrsbestellung bei trockenem Wetter eine hektische, unsichere Erntezeit mit mäßigem Erfolg. Schreiber: „Nach der Begutachtung des ersten Schnitts waren sich alle einig, dass wir eine gute Qualität für die Fütterung unserer Rinder erzielen konnten. Umso enttäuschter waren wir, als die Analyseproben eine weitaus weniger gute Qualität auswiesen.“ Auch der zweite Schnitt ließ in manchen Punkten zu wünschen übrig. Die fehlenden Nährstoffe müssen nun mit Futterzukauf aufgefangen werden.

Annette Dülme

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