Neue Vorstandsregelung bei den Stadtschützen

Hallenberg..  Die Mitglieder kommen zwar aus verschiedenen Vereinen, aber sie ziehen alle an einem Strang. Das zeigte jetzt die Versammlung des Stadtschützenverbandes in Hallenberg. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Anpassung der Satzung aus dem Jahr 1978 an die aktuellen Gegebenheiten.

So wurde jetzt einstimmig verabschiedet, dass die Stadtschützen keinen eigenen Vorstand mehr wählen, sondern dass jeweils der Schützenverein für drei Jahre den Vorsitz führt, der das nächste Stadtschützenfest ausrichtet.

Abstimmungs-Verfahren

Derzeit ist das die Schützengesellschaft Hallenberg mit ihrem 1. Vorsitzenden und Major Rüdiger Eppner, der auch die Versammlung leitete. Neben den Schützenvorständen und den amtierenden Schützenkönigen aller vier Hallenberger Stadtteile konnte Eppner auch zahlreiche weitere Schützenbrüder sowie Gründungsmitglied Rudolf Pape begrüßen.

Für die Abstimmungen wurde ausdrücklich festgelegt, dass - wie in der Satzung schon immer enthalten - gemäß der Mitgliederzahlen der einzelnen Vereine aus Hallenberg fünf Delegierte stimmberechtigt sind, aus Liesen drei sowie aus Hesborn und Braunshausen jeweils zwei. In den vergangenen Jahren hatten bei Versammlungen meistens alle Anwesenden abgestimmt. Da die Entscheidungen aber einstimmig gefallen waren, fiel dieser Formfehler nicht weiter ins Gewicht.

Die einzelnen Schützenvereine gaben einen kurzen Überblick über ihre Aktivitäten und Festverläufe im vergangenen Jahr, KSB-Vorstandsmitglied Dieter Guntermann aus Hesborn berichtete über die Arbeit beim Kreisschützenbund. „Alle Vereine sollten ihre Satzungen daraufhin überprüfen, ob im Falle eines muslimischen Königs bürokratische Schwierigkeiten auftreten könnten“, so Guntermann.

Rüdiger Eppner führte als Beispiel die Formulierung der Schützengesellschaft Hallenberg an, nach der der Schützenkönig „christlich orientiert“ sein sollte, was einen breiten Spielraum und damit auch muslimische Schützenkönige problemlos zulasse.

Königin ist Pflicht laut Satzung

Weiter gebe es in der Hallenberger Satzung die Regelung, dass ein Schützenkönig eine Frau zur Königin nehmen solle. Würde also ein homosexueller Schütze den Vogel schießen, könne er wählen, ob er eine Schützenkönigin an seiner Seite haben wolle oder alleine geht. Ein Partner sei laut der Satzung, die von allen Schützen beim Vereinseintritt akzeptiert werde, in Hallenberg nicht möglich.

Zum Thema „Abnahme der Schießstätten“, das den Schützen derzeit Sorge bereitet, und zur Anerkennung des Schützenwesens als Weltkulturerbe liegen noch keine neuen Erkenntnisse vor.

Rüdiger Eppner stellte außerdem noch den Ablauf des nächsten Stadtschützenfestes am 12. und 13. September 2015 in Hallenberg vor.