Neue Runde in der Kreisverkehrs-Debatte

Es blüht und duftet, dass es eine Pracht ist: der Kreisverkehr am Briloner Amtsgericht
Es blüht und duftet, dass es eine Pracht ist: der Kreisverkehr am Briloner Amtsgericht
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach dem Internet-Bürgerforum will die Briloner Politik auch die weiteren eingereichten Vorschläge in die Entscheidung einfließen lassen.

Brilon..  Die Debatte um die Gestaltung des Kreisverkehrs am Amtsgericht geht in eine weitere Runde. Auch, trotz oder gerade wegen des Bürger-Votums im Internet sieht sich die Politik nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen. CDU-Ratsherr Jürgen Kürmann beschwor gestern Abend im Bauausschuss süffisant die „Geister, die ich rief“. Wobei die Rolle des Rufers Bürgermeister Dr. Christof Bartsch einnimmt, SPD.

Von den - wie berichtet - vier zur Abstimmung präsentierten Varianten hatte sich eine klare Mehrheit für den Baum als Symbol der Stadt des Waldes ausgesprochen. Auch die Statue mit dem Briloner Original Isenberg nebst Schnadeesel fanden noch viele Leute im Kreisverkehr gut aufgehoben. Allerdings gab es auch etlich, die meinten, dass die Statue an ihrem bisherigen Platz gegenüber der Post besser stehenbleiben sollte. Ist die Figur dort doch beliebtes Fotomotiv und eine von ganz nah zu erforschende Attraktion für Kinder.

Glatt durchgefallen sind das von Bildhauer Ernst Suberg 1970 geschaffene Denkmal von Stadtgründer Engelbert und die preisgekrönte Holzskulptur des letztjährigen Rothaarsteig-Bildhauersymposiums.

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Wobei: Die SPD-Ratsherren Günter Wiese und Heinz-Gerd Gehling fanden die Engelbert-Statue durchaus angemessen an der exponierten Stelle im Kreisverkehr. Engelbert gehöre zur Stadt und - O-Ton Heinz-G. Gehling - „man muss auch seinen hässlichen Vater lieben können.“ Worauf Heinz Scharfenbaum (CDU) sich an die Diskussion von einst erinnerte und einwarf: „Schon damals haben Leute den Stadtgärtnern einen ausgegeben, damit sie den vom Efeu zuwachsen ließen.“ Was im Lauf der Jahre an dem alten Standort so zu verfolgen war.

SPD-Ratsherr Wolfgang Kleineberg und Ausschussvorsitzender Michael Hilkenbach (CDU) sagten, dass die Politik die weiteren von den Bürgern abgegebenen Vorschläge nicht einfach außer Acht lassen dürfe. Kleineberg: „Wir müssen die Bürgerbeteiligung ernst nehmen.“ Es sei ein transparenter Umgang mit den Bürgerstimmen nötig, auch wenn der Rat, so Kleineberg, sich „das Mandat natürlich nicht aus der Hand nehmen lassen“ dürfe.

Jetzt soll es eine weiter Bürgervotumsrunde geben. Im Gespräch sind z.B. eine kleines Kyrill-Tor und eine Nachbildung des einst dort vorhandenen Keffelker Stadttores. Dazu sollen bis zum Hauptausschuss in der nächsten Woche Kosten ermittelt werde. Was manches Kopfschütteln über das möglicherweise ausufernde Verfahren hervorrief.