Neue Regisseurin für "Schneewittchen" auf Hallenberger Bühne

Märchenhaft und akrobatisch - wie hier im „Herrn der Diebe“ 2014  - soll es auch bei der Neuinszenierung von "Schneewittchen" auf der Hallenberger Freilichtbühne zugehen.
Märchenhaft und akrobatisch - wie hier im „Herrn der Diebe“ 2014 - soll es auch bei der Neuinszenierung von "Schneewittchen" auf der Hallenberger Freilichtbühne zugehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für das Kinderstück „Schneewittchen und die sieben Zwerge in geheimer Mission“ hat die Freilichtbühne in Hallenberg eine neue Regisseurin. Premiere ist am 31. Mai.

Hallenberg.. Es war einmal: Heutzutage noch ein Märchen auf eine Theaterbühne bringen? Das ist schon sehr ambitioniert. Denn Kinder sind ein besonders anspruchsvolles Publikum. Darüber, wie man sie 90 Minuten lang mit einem Bühnenstück fesselt, könnte Bärbel Kandziora ohnehin eine Doktorarbeit schreiben. Doch die neue Regisseurin für das Kinder- bzw. Familienstück kann das Erfolgsrezept auch auf den Punkt bringen: „Es gibt keine Patentlösung. Aber es ist wichtig, dass Theater mit dem Herzen gemacht wird.“

„Schneewittchen und die sieben Zwerge in geheimer Mission“ lautet der Titel des Stücks, das am 31. Mai Premiere auf der Freilichtbühne feiern wird. Und eine Premiere ist die Arbeit in Hallenberg auch für die 49-jährige gebürtige Meerbuscherin. „Bei diesem Aufwand mit so vielen Akteuren auf einer so großen Bühne und über eine mehrmonatige Probenzeit ist diese Regie eine neue Aufgabe für mich.“

Sie habe aber schon viele verschiedene Produktionen mit Kindern und Amateurspielern sowohl bei Circus- als auch bei Theaterprojekten realisiert. Dort allerdings meist in einer kompakten Form. Das heißt innerhalb einer bis vier intensiver Proben-Wochen mit maximal 35 Spielern und auf viel kleineren Bühnen. „Auf diese neue Arbeitsform bin ich sehr gespannt“, sagt die Frau vom Fach.

Seit 1999 mit Mann und Tochter in Eifa wohnhaft

Seit 1999 lebt sie mit ihrem Mann, dem Musiker Marco Ambrosini, und Tochter Angela in Eifa (Stadt Hatzfeld). Das sind rund 20 Kilometer Fahrtstrecke bis in die Nuhnestadt. Selbst kennengelernt hat sie das Hallenberger Theater erst kürzlich: „Die Bühne ist auch hier bei uns sehr bekannt, die Schulen sind dort oft zu Gast und auch unsere Tochter war regelmäßig und begeistert mit ihrer Klasse dort. Ich habe es leider erst 2014 geschafft.“ Und dort wurde dann auch der Grundstein für die jetzige Aufgabe gelegt.

Regisseurin Bärbel Kandziora Birgit Simmler, die ja seit Jahren die Regie-Fäden in den Erwachsenen-Stücken führt und dieses Jahr „Die Drei Musketiere“ inszeniert, ist eine Freundin von ihr und hatte sie zur Premiere der „Päpstin“ eingeladen. „Ich war wirklich beeindruckt von ihrer Arbeit, von den Darstellern, von der Bühne und der ganzen Logistik drumherum. Irgendwann hat Birgit mir dann erzählt, dass die Regie im Kinderstück neu besetzt werden soll und meinte, dass das genau das Richtige für mich wäre.“ 17 Bewerbungen hatte die Freilichtbühne für die Regiearbeit. Fünf Kandidaten wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Wahl fiel auf Bärbel Kandziora. Glückwunsch!

Theater Mit den Hallenbergern ist sie von Anfang an gut klar gekommen. Sie erhalte Unterstützung auf allen Ebenen. Es sei absolut faszinierend, was der Bühnenverein so alles auf die Beine gestellt hat und dass so viele Bewohner einer Stadt an einem solchen Projekt über so viele Jahre gemeinsam erfolgreich arbeiten: „Da kann ich nur meinen Hut ziehen. Und mich bedanken, dass ich daran kreativ teilhaben darf.“

Kandziora verspricht ein Märchen für Groß und Klein

Theater und mehr - heißt die Internetseite von Bärbel Kandziora. Und verweist damit auf ein vielfältiges Arbeitsspektrum. Circusprojekte, Bildungsurlaube zum humorvollen Umgang mit Stress und eine besondere Passion für das italienische Stegreiftheater „Commedia dell’arte“. Eine bewegungsbetonte und komische Note soll man daher auch der Hallenberger Inszenierung anmerken. Ein Märchen für Groß und Klein - wie fein!