Neue Freunde finden und Teamgeist stärken

Brilon..  Noch ist die Sporthalle leer. Eine Bank steht in der Mitte und am Rand verkündet die Schiedsrichterin, welche Gruppe als nächstes an der Reihe ist. Fünftklässler stürmen das Spielfeld, jede Gruppe nimmt ein Feld für sich ein, der Ball wird in die Mitte geworfen und los geht’s.

Was da in der Sporthalle des Gymnasiums Petrinum in Brilon los ist? Die fünften Klassen treten zum Völkerballturnier gegeneinander an!

Plötzlich ist alles anders

In der fünften Klasse beginnt für viele etwas ganz Neues: Eine neue Schule bedeutet neue Fächer und neue Klassenkameraden. Der ein oder andere wird zum ersten Mal zum täglichen Busfahrer, die weiterführenden Schulen sind oft viel größer und die vielen Räume laden nur so dazu ein, sich zu verlaufen. Und plötzlich stehen Fächer auf dem Stundenplan, die auf der Grundschule noch gar nicht unterrichtet wurden.

Und die Freunde? Da findet man neue, während man alte Freunde, die man sonst täglich sah, nun nicht mehr so oft trifft. Dafür gibt es jede Menge neue Klassenkameraden – und andere Schüler aus der neuen Jahrgangsstufe. Aber hat man zu denen viel Kontakt? Oft bleiben die Klassen in den ersten Jahren eher unter sich und Kurse, in denen Schüler aus verschiedenen Klassen sitzen, gibt es nur selten.

Um die Fünftklässler in dieser Zeit zu unterstützen, hat sich der Schülertreff etwas einfallen lassen: Marie-Luise Lange-Nilius, Schulsozialpädagogin am Petrinum, koordiniert das Patenprogramm, das ältere Schüler quasi zu Fünftklässlern ausbildet. Eine Gruppe von jeweils zwei bis drei Paten begleitet in den ersten beiden Jahren eine fünfte Klasse.

Ansprechpartner bei Problemen

Und was machen die Paten so? Da gibt es jede Menge verschiedene Aufgaben! Zunächst einmal sind sie immer für die Schule da, wenn sie Fragen haben: Sei es die Busfahrkarte, die verloren gegangen ist, der Raum, den man noch nie gefunden hat, oder Streit innerhalb einer Klasse – die Paten sind Ansprechpartner bei solchen Problemen.

Aber sie organisieren auch kleine Events: Sei es Plätzchen backen in der Weihnachtszeit, Bastelaktionen wie beispielsweise Filzen oder eben ein Völkerball-Turnier! Die Paten der jetzigen Fünftklässler organisierten dieses für ihre Patenklassen, die in der vergangenen Woche gegeneinander antraten.

Was die Paten damit erreichen wollten? Ganz klar: Zum einen lernt sich die Klasse untereinander so besser kennen und lernt, als Team zusammen zu arbeiten. Zum anderen lassen sich so aber auch ganz einfach Kontakte zu den Parallelklassen knüpfen.

Gibt es sonst eher wenig Kontakt, konnten die Schüler hier einander begegnen nachdem sie bereits seit einem halben Jahr das Petrinum besuchen.

Nachmittagsunterricht war an diesem Tag nicht angesetzt und die Veranstaltung war freiwillig – dennoch waren zahlreiche Kinder erschienen. Je fünf Minuten dauerte ein Spiel, bis es schließlich ins Finale ging.

Und wer hat am Ende gewonnen? Bei so viel Spaß ist das doch eigentlich egal und geht in dem eigentlichen Spiel unter. „Ich glaube, es hat den Kindern viel Spaß gemacht, und ich fand es super, dass sich die Klassen so besser kennen lernen konnten“, erzählt auch Charlotte Webert (16), Schülerin des Petrinums und Patin einer fünften Klasse, während sie den Kindern nach dem Spiel ihre Umkleiden aufschließt.

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