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Kriminalität

Nach Streit Messer in die Brust gestochen

02.03.2016 | 06:00 Uhr
Nach Streit Messer in die Brust gestochen
Seit dem Brand der Asylbewerberunterkunft an der Rennuferstraße vor eineinhalb Jahren sind Flüchtlinge in der ehemaligen Kerschensteiner Schule untergebrachtFoto: Annette Dülme

Marsberg.   Im Asylbewerberheim in der alten Kerschensteiner Grundschule in Marsberg sticht ein Mann aus Mali einen Algerier nieder. Das Opfer überlebt.

In Niedermarsberg ist am Montagabend ein Streit in der als Notunterkunft für Asylbewerber umgebauten Kerschensteiner Grundschule eskaliert. Ein Mann aus Mali (23) stach mit einem Messer auf einen Algerier (29) ein. Das Opfer überlebte die Attacke. Der Mann wurde nicht lebensgefährlich verletzt. Die Mordkommission Dortmund hat Ermittlungen aufgenommen. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.

Der 23 Jahre alte Asylbewerber aus Mali war gegen 20 Uhr mit dem Algerier in der Gemeinschaftsküche des Flüchtlingsheims in Streit geraten. „Dabei handelte es sich um einen nichtigen Grund“, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Neulken der Westfalenpost. Worum genau es in der Auseinandersetzung ging, wollte Neulken nicht mitteilen.

Im Verlauf der lautstarken Auseinandersetzung verließ nach derzeitigem Stand der Ermittlungen der malische Staatsbürger zunächst die Küche. Er kehrte mit einem Küchenmesser in der Hand zurück und soll die Klinge in die Brust des Algeriers gestoßen haben. Das Opfer sackte zusammen. „Der Mann hat zwar relativ viel Blut verloren. Er ist aber nicht lebensgefährlich verletzt“, sagte Neulken. Der Algerier wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen vorläufig fest.

Am Tag nach der Tat ist im Umfeld des Asylbewerberheims nichts von der Tat zu wahrzunehmen. Die Absperrbänder der Polizei sind entfernt, die Spurensicherung abgezogen. Ein Bewohner sagt, dass sich die zwei Afrikaner kannten. Vom Streit habe er aber nichts mitbekommen, da er zu dem Zeitpunkt in seinem Zimmer gewesen sei.

Versuchtes Tötungsdelikt ist weiter nicht ausgeschlossen

Der Tatverdächtige aus Mali wurde durch Beamte der Mordkommission Dortmund verhört, Zeugen wurden befragt. Nach einem Anhörungstermin am Dienstagabend schickte ein Haftrichter des Amtsgerichts Brilon den Asylbewerber aus Mali auf Antrag der Staatsanwaltschaft Arnsberg in Untersuchungshaft. „Nach vorläufiger Bewertung lautet der Haftbefehl auf gefährliche Körperverletzung“, so Neulken am Dienstagabend – nicht auf versuchten Mord oder versuchten Totschlag. Im juristischen Sinne kann ein Täter von einer Tat zurücktreten, indem er sie nicht vollendet. Da der Tatverdächtige dem Opfer zwar eine schwere Verletzung zugeführt hat, aber nach derzeitigem Stand der Ermittlungen womöglich bewusst davon Abstand genommen hat, den Algerier zu töten, sitzt der Mann aus Mali jetzt nicht wegen eines versuchten Tötungsdelikts ein. Im Laufe der weiteren Ermittlungen, so Neulken, sei es möglich, dass sich diese Bewertung ändere.

Der mutmaßliche Täter lebte in der ehemaligen Kerschensteiner Grundschule. In dem Haus wohnen Asylbewerber in Gemeinschaftszimmern. Das Opfer hat nach Informationen dieser Zeitung seinen Wohnsitz nicht in dem Asylbewerberheim, sondern in einer Wohnung im Marsberger Stadtgebiet. Er soll in der Vergangenheit aber regelmäßig zu Gast in der als Notunterkunft hergerichteten Grundschule gewesen sein.

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Kommentare
04.03.2016
09:29
Nach Streit Messer in die Brust gestochen
von babolas | #1

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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-brilon-marsberg-und-olsberg/nach-streit-messer-in-die-brust-gestochen-id11613270.html
2016-03-02 06:00
Nachrichten aus Brilon, Marsberg und Olsberg