Mütternetzwerke helfen bei Kinderbetreuung

Rund 200 Erzieherinnen und Erzieher aus Marsberg, Brilon, Warstein, Lippstadt, Arnsberg und Meschede machen auf dem Warsteiner Marktplatz auf ihre Situation aufmerksam.
Rund 200 Erzieherinnen und Erzieher aus Marsberg, Brilon, Warstein, Lippstadt, Arnsberg und Meschede machen auf dem Warsteiner Marktplatz auf ihre Situation aufmerksam.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mütter auf dem Land sind gut vernetzt, so haben viele eine private Betreuung während des Kita-Streiks gefunden.

Brilon/Marsberg/Warstein..  Mütterhilfe auf dem Land: Wenn in den Kitas gestreikt wird, kümmern sich die Mamas. „Ich habe den Eindruck, vieles ließ sich regeln“, sagt Fachbereichsleiterin Karin Wigge aus der Briloner Stadtverwaltung. In Madfeld beispielsweise seien die Mütter so gut untereinander vernetzt, dass die Kinder privat versorgt würden.

In Brilon beteiligen sich alle acht städtischen Kindergärten. Nur in Scharfenberg wurde eine Not-Betreuung eingerichtet, dort sollten sich nur die Eltern melden, die ganz dringende Bedarf haben. „Hier läuft es entspannt“, hieß es aus dem Scharfenberger Kindergarten. Gestern kümmerten sich zwei Erzieherinnen und drei Praktikantinnen um acht Kinder, heute kommen mindestens noch zwei Kinder aus Altenbüren dazu und für morgen sind 13 bis 14 Kinder angemeldet. Am Freitag ist normal geöffnet, während die meisten anderen Kitas an diesem Brückentag ohnehin geschlossen haben. In Marsberg wurde in zwei der drei städtischen Kindergärten gestreikt. Im „Wirbelwind“ in Meerhof konnten zusätzlich Kinder betreut werden - davon haben die Eltern gestern aber keinen Gebrauch gemacht.

Aber nicht alle können die Betreuung anders regeln und sind auf das Kita-Angebot angewiesen - viele Eltern haben ihrem Unmut bei der Stadt Brilon Luft gemacht,. „Wir haben aber auch Eltern am Telefon gehabt, die sich bedankt haben, dass es so geklappt hat“, berichtet Karin Wigge. „Wenn der Streik länger dauert, wird das nicht mehr so einfach zu realisieren sein.“

Streik-Auftakt in Warstein

Rund 200 Erzieherinnen und Erzieher aus Marsberg, Brilon, Meschede, Lippstadt, Warstein und Arnsberg machten gestern ihrem Ärger auf dem Warsteiner Marktplatz Luft. „Löhne rauf, Kitas wieder auf“ – auf diese Formel brachten sie ihre Forderungen. Seit gestern befinden sich die Erzieherinnen und Erzieher in einem unbefristeten Streik, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte.

„Wir brauchen eine politische Aufwertung dieses Berufes und das geht nur über eine höhere Eingruppierung“, forderte Verdi-Gewerkschaftssekretär Franz Levenig.