Modernes Leben hinter alten Klostermauern

Im Ostflügel werden die neuen Wohnungen entstehen. Der Zwischentrakt (re,) wird durch einen gläsernen Zwischenbau ersetzt. Im Bild (v.l.)  Dr. Franz-Josef Bohle, Josef Hennebrüder, Christian Schaller, Frank Terbrocke, Prof. Ulrich Coesmeier.
Im Ostflügel werden die neuen Wohnungen entstehen. Der Zwischentrakt (re,) wird durch einen gläsernen Zwischenbau ersetzt. Im Bild (v.l.) Dr. Franz-Josef Bohle, Josef Hennebrüder, Christian Schaller, Frank Terbrocke, Prof. Ulrich Coesmeier.
Foto: WP
„Wohnen und Arbeiten im historischen Ambiente“ - unter diesem Motto sollen weitere Nutzungsmöglichkeiten für das Kloster Bredelar gefunden werden. Dazu wurde eine „Kloster Bredelar Nutzungsgenossenschaft“ gegründet.

Bredelar.  . Wohnen allein in hübscher Zweizimmerwohnung, zu zweit in einer geräumigen Dachgeschosswohnung mit Loggia oder Großeltern, Eltern mit Kindern, Tür an Tür, aber jeder für sich. Wohnen wie es jedem beliebt und wie es der Geldbeutel hergibt. Aber auf keinen Fall einsam.

So will es das Konzept für den öffentlich genutzten Wohnbereich im Kloster Bredelar. Getragen wird das Projekt „Wohnen und Arbeiten im historischen Ambiente“ von einer Kloster Bredelar Nutzergenossenschaft e. G.. Der Vertrag wurde gestern unterzeichnet.

Dr. Franz-Josef Bohle, Vorsitzender des Fördervereins Kloster Bredelar, sprach direkt danach von einem „schönen und guten Gefühl“, mit dem er unterschrieben habe. Als „wichtigsten Mann des großen Zukunftsprojektes der Region“ stellte er den Projektentwickler Josef Hennebrüder von der Düsseldorfer Immobiliendienstleistungsgesellschaft I.D.G. vor, der im Investorenbereich jetzt einen Teil der Verantwortung übernimmt.

„Wer hätte vor 15 Jahren schon geglaubt, dass wir heute hier stehen?“, fragte Hennebrüder bei der ersten öffentlichen Präsentation der Planungen für die zukünftigen Wohn- und Gewerbeflächen im historischen Gebäudetrakte. „Ich glaube, die wenigsten“, gab er sich selbst die Antwort.

Eine Vision und dauerhafte Nachhaltigkeit hätten grundlegend dazu beigetragen, das von dem völligen Verfall bedrohte Kloster zu retten und den öffentlich genutzten Teil zu realisieren. Mit der Gründung der Nutzergenossenschaft sei eine weitere Grundlage für die Durchsetzung der neuen Planungen geschaffen worden.

Besonderes Lebensgefühl

Ebenso aufwändig wie liebevoll restaurierte Räumlichkeiten zum Leben und Arbeiten entstehen im Ostflügel und im Gebäudeteil zur B7 hin. Hinzu kommen neue, frei geplante Gebäude hangseits der Klosteranlage. Nach und nach soll sie zu einem anspruchsvollen Standort für Wohnen, Arbeiten, Erholung, Kunst und Kultur ausgebaut werden.

Wie genau das aussehen wird, präsentierten die Kölner Architekturbüros Professor Coersmeier/Tebroke und Schaller/Theodor. Entstehen werden in verschiedenen Bauabschnitten Wohnungen, ein kleiner Hotelbereich für Besucher der Seminare sowie gewerbliche Flächen (Gastronomie, traditionelles Handwerk und Service).

Die Wohnungen sind frei planbar, mit Grundflächen zwischen 60 und 200 qm. Die Raumstruktur wird so gestaltet, dass die Klosteranlage weiterhin klar als solche erkennbar bleibt. „Das Kloster bietet einen großen, stabilen Rahmen, dieses umzusetzen“, so Architekt Christian Schaller. „Es ist ein besonderes Objekt, das sich in einem anderen Lebensgefühl niederschlägt, das sich in einem Neubau so nicht finden lässt.“

Von der Industriehalle werden nur noch die Giebelseiten stehen bleiben. Die Eckgebäude zur B7 hin werden restauriert und als Hoteltrakt ausgebaut.

Ein gläserner Zwischenteil wird niedriger, offen und gläsern dargestellt und für zentrale Einrichtungen genutzt.