Mobilfunkmast: Bürger sorgen sich um ihre Gesundheit
25.11.2009 | 16:17 Uhr 2009-11-25T16:17:00+0100
Giershagen. Gibt es in Giershagen eine Häufung von Krebsfällen? Und wenn ja, ist dafür der Mobilfunk verantwortlich? Eine Bürgerinitiative besorgter Giershagener meint - Ja. Um die Frage beantworten zu können, hat die Stadt Marsberg das Kreisgesundheitsamt eingeschaltet.
Dr. Oliver Schäfer, Sachgebietsleiter Infektions- und Umwelthygiene beim Gesundheitsamt HSK in Meschede, erläuterte am Dienstagabend im Rahmen einer Informationsveranstaltung vor rund 150 Zuhörern in der Schützenhalle Giershagen die allgemeine Vorgehensweise einer sogenannten Clustererhebung (Cluster meint eine Anhäufung).
Alle Ursachen abklären
Ziel der Erhebung sei vordergründig, so der Medizinalrat, erst einmal herauszufinden, ob überhaupt von einer Häufung von Erkrankungen mit einer speziellen Krebsart die Rede sein kann.
Falls dies der Fall sein sollte, müssten dann alle in Frage kommenden Ursachen abgeklärt werden. Es wäre ein fataler Kunstfehler, nur auf eine mögliche Ursache hin zu forschen.
An Krebs Erkrankte sollen Auskunft geben
Um einen Überblick über die aktuelle Lage erhalten zu können, bittet Dr. Schäfer, dass sich alle in den vergangenen 15 Jahren an Krebs erkrankten Bürger in Giershagen oder deren Angehörige mit ihm in Verbindung setzen, um Auskunft über Art und Umfang der Erkrankung zu geben. Dr. Schäfer ist über das Kreisgesundheitsamt unter 0291 941213 zu erreichen. Alle Daten werden absolut vertraulich behandelt.
Sollte sich ein Anfangsverdacht erhärten, würden weitergehende Untersuchungen durchgeführt. Die müsste die Stadt dann einem Forschungsinstitut übergeben. Dr. Schäfer wies aber auch darauf hin, dass keine Studie bislang Mobilfunkstrahlen mit Krebsausbreitungen in Zusammenhang brächte.
Klenner nimmt Sorgen ernst
Das sehen aber gerade die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Mobilfunkmasten anders. Bürgermeister Klenner verwies darauf, dass es rund 22 000 Studien gebe. Er nehme aber die Sorgen der Bürger sehr ernst. Die Erhebung sei ein erster Schritt, auf dem aufgebaut werden könnte.
Bauamtsleiter Reinhold Huxoll verwies noch einmal darauf, dass die Stadt nur versuchen könne, mögliche Funkmaststandorte aus Wohngebieten herauszuhalten, aber verhindern könne sie sie nicht. Ein Mobilfunkkonzept für Giershagen ist in Auftrag gegeben. Klenner: „Wir sind bemüht, die Belastungen für die Bürger so gering wie möglich zu halten.”
Vorsorgeaspekt
Eine Rednerin der Bürgerinitiative machte deutlich, dass es ihnen um den Vorsorgeaspekt gehe. Ein Messgerät sei zwar vor den vorhandenen Masten aufgestellt worden. „Aber was nützt es, wenn die Werte unterhalb der Grenzwerte liegen, aber nicht unterhalb der Vorsorgewerte?” Außerdem könne niemand sagen, dass die Sendemast-Strahlung gesundheitlich vollkommen unbedenklich sei.
Zwei Mobilfunkstandorte innerhalb Giershagens gibt es bereits, einen außerhalb. Ein Mobilfunkanbieter plant einen weiteren innerhalb des Dorfes. Ein Mitarbeiter von D1 war zwar im Publikum, wollte aber keine Ausführungen machen.
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