Mit vielen kleinen Dingen viel bewegen

Bei der Verleihung des 1. Briloner Klimaschutzpreises: (v.l.) Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Stadtwerke-Geschäftsführer Axel Reuber, Robin Hüser, Justus Finger (Klassensprecher 4c), Nadine Franke, Walburga Tüllmann, Merlin Berlinger (Klassensprecher 4d), Reinhard Schulte, Günter Wiese und Klaus Götte.
Bei der Verleihung des 1. Briloner Klimaschutzpreises: (v.l.) Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Stadtwerke-Geschäftsführer Axel Reuber, Robin Hüser, Justus Finger (Klassensprecher 4c), Nadine Franke, Walburga Tüllmann, Merlin Berlinger (Klassensprecher 4d), Reinhard Schulte, Günter Wiese und Klaus Götte.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Schüler der Verbundschule Alme-Madfeld-Thülen gewannen den mit 1250 Euro dotierten 1. Platz bei der Vergabe des 1. Briloner Klimaschutzpreises.

Brilon..  Wenn an Ihrer Haustür ein Schild hinge: Würde darauf „Energiesparer“ oder „Energieverschwender“ stehen? Die Schüler der Verbundschule Alme-Madfeld-Thülen könnten diese Frage problemlos beantworten. Sie gewannen den mit 1250 Euro dotierten 1. Platz bei der Vergabe des 1. Briloner Klimaschutzpreises.

Nachdem sie sich ausführlich mit dem Thema Wald beschäftigten und zu dem Ergebnis kamen, dass bereits jeder zweite Baum in NRW krank ist, ging es an die Ursachenbekämpfung: Energie sparen. Jeden Tag gehen die so genannten „Energiespürnasen“ durch die Klassen. Sind die Computer ausgeschaltet? Sind die Lampen aus? Auch die Flure, Toiletten und Turnhalle werden kontrolliert. Am Ende der Woche werden an die Klassen besagte Schilder verteilt und die klimafreundlichste erhält nach mehrmaligem Erfolg sogar Spielzeug. Klassenlehrerin Walburga Tüllmann betont die rege Resonanz der Eltern. Denn der verinnerlichte Umweltschutz höre auch zu Hause nicht auf. „Da steht die Mama dann plötzlich im dunklen Keller, weil das Kind oben das Licht ausmacht. Oder der Fernseher wird ausgeschaltet, weil Papa davor eingeschlafen ist.“

Im November haben die Stadtwerke den 1. Klimaschutzpreis ausgerufen. Die Aktion haben sie von den RWE übernommen, die den Preis bis zur Übernahme der Energieversorgung in Brilon durch die Stadtwerke ausgelobt hatte. Von den sieben eingereichten Projekten wurden vier nun ausgezeichnet.

Globaler Klimaschutz sei ein wichtiges Thema, so Stadtwerke-Geschäftsführer Axel Reuber, aber eben auch ziemlich abstrakt. Umso wichtiger sei es, direkt vor der eigenen Haustür zu beginnen. Das unterschreibt auch Bürgermeister Dr. Bartsch: „Wenn viele kleine Menschen viele kleinen Dinge tun, können sie die Welt bewegen.“

So hat auch die Profilgruppe „Natur und Umwelt“ der Jahrgangsstufe 5 der Heinrich-Lübke-Schule ihren kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Erhalt von Natur und Artenvielfalt geleistet. Unter der Leitung von Nadine Franke und Christina Jindra züchteten sie Fichten, um sie anschließend im Wald auszupflanzen. Außerdem bauten sie Nistkästen und ein Insektenhotel. Für so viel Engagement gab’s denn auch den zweiten Preis. Diesen mit je 400 Euro dotierten Platz teilen sie sich mit zwei weiteren Preisträgern.

Der Gewerbeverein Brilon bringt die Weihnachtsbeleuchtung auf einen zeitgemäßen und umweltbewussten Stand, indem er auf LED-Technik umrüstet. Außerdem wurde Scharfenberg für das Dorfprojekt „Bürgerpark Scharfenberg“ ausgezeichnet. Die Fläche unterhalb der St. Laurentius-Kirche wurde ökologisch umgebaut und als Grünanlage aufgewertet. Die Streuobstwiesen mit ihren Büschen und Bäumen, Kräutergärten und Insektenhotel sollen auch außerschulischer Lernort sein, so Ortsvorsteher Götte.

Über einen Sonderpreis von 100 Euro darf sich außerdem Reinhard Schulte aus Brilon freuen, der diverse Möglichkeiten für mehr Umweltschutz in Brilon aufzeigen konnte.

Der Klimaschutzpreis wird auch im kommenden Jahr vergeben. Axel Reuber: „Denn das Thema Umweltschutz wird uns so lange beschäftigen wie die Erde existiert. Auch wenn wir hier im Sauerland oft nicht daran denken: Wir leben hier derzeit noch wie auf einer kleinen Insel der Glückseligkeit.“

„Noch sind wir hier nicht existenziell bedroht“, so Dr. Bartsch. Noch. Damit das auch so bleibt, sind wir vielen kleinen Menschen gefragt, um viele kleine Schritte zu tun.