Mit moderner Technik Energie sparen

Mit moderner Heiztechnik lässt sich Energie sparen.
Mit moderner Heiztechnik lässt sich Energie sparen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Eine neue Verordnung sieht vor, dass Heizkessel, die älter als 30 Jahre alt sind, ausgetauscht werden müssen. Innungs-Obermeister Franz-Josef Happel erklärt, wer davon betroffen ist.

Altkreis..  Hauseigentümer, deren Heizkessel älter als 30 Jahre alt sind, müssen noch bis Ende dieses Jahres ihren Heizkessel gegen ein modernes Gerät austauschen. Darauf hat jetzt die Verbraucherzentrale NRW in einer Pressemitteilung hingewiesen. Hintergrund ist die neue bundesweit gültige Energieeinsparverordnung, durch die der Energieverbrauch und die damit verbundene Klimabelastung reduziert werden soll.

Frage: Wer genau ist von dieser Neuregelung betroffen?

Franz-Josef Happel: Die bisherige Nachrüstungspflicht für vor 1978 in Betrieb genommene Heizkessel ist auf Heizkessel bis einschließlich zum Inbetriebnahmejahrgang 1984 ausgeweitet worden.

Diese mussten vor dem 1. Januar 2015 außer Betrieb genommen werden. In der Folgezeit sollen unter denselben Voraussetzungen alle Heizkessel nach Ablauf ihres 30. Betriebsjahres außer Betrieb genommen werden. Da etwa ab 1994 praktisch nur noch Niedertemperatur- oder Brennwertkessel in Betrieb genommen wurden, wird die Bedeutung dieser Vorschrift sehr bald zurückgehen. Wichtig: Niedertemperatur- und Brennwertkessel, Festbrennstoffkessel, direkt befeuerte Warmwasserbereiter und Einzelraumheizer sind von der Nachrüstpflicht nicht betroffen. Ein eventuell notwendiger Austausch nach dem Bundesimmissionsschutzgestz (1. BImSchV) bleibt hierbei unberücksichtigt. Außerdem sind vom Eigentümer bereits vor dem 1. Februar 2002 selbstbewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser nicht betroffen.

Sind moderne Heizungsanlagen wirklich so viel effizienter, so dass sich der Austausch unterm Strich auch für den Hausbesitzer finanziell lohnt und gleichzeitig die Umwelt geschont wird?

Beim Einbau von Brennwerttechnik sind Einsparungen bis zu 30 Prozent möglich. Zuschüsse gibt es über das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“. Die Kosten sind natürlich sehr vom Umfang und Art der bestehenden Heizungsanlage abhängig. Sie belaufen sich bei einem Kesseltausch inklusive erforderlicher Nebenarbeiten in einem normalen Einfamilienhaus auf circa 7000 bis 10 000 Euro.

Sollten die Hauseigentümer gleichzeitig noch andere – ergänzende - Maßnahmen in Angriff nehmen?

Auf jeden Fall sollte der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage erfolgen.

Wird kontrolliert, ob ich meine Heizungsanlage ausgetauscht habe?

Der Schornsteinfeger kontrolliert die Austauschfristen. Wer nicht tauscht, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach Paragraf 27. Bußgelder bis zu 50 000 Euro sind möglich.

Gibt es in der Verordnung noch weitere Regelungen, die die Hausbesitzer betreffen?

Eigentümer von Gebäuden müssen dafür sorgen, dass bei heizungstechnischen Anlagen bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, nachträglich gedämmt werden. Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung sind vom Betreiber sachgerecht zu bedienen. Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad solcher Anlagen sind vom Betreiber regelmäßig zu warten und instand zu halten.