„Merken, wie schön es ist, katholisch zu sein“
03.11.2011 | 10:03 Uhr 2011-11-03T10:03:00+0100Brilon. Im März erschien erstmals ein Katechismus der katholischen Kirche für Jugendliche / Die WP sprach darüber mit Pastor Frank Unterhalt.
Für einige ist es ein „geheimer Weltbestseller“, für andere „eines der ambitioniertesten Buchprojekte dieses Jahrzehnts“ – der neue Jugendkatechismus der katholischen Kirche „Youcat“, der im März dieses Jahres in deutscher Sprache erschien. Was daran so besonders ist? „Youcat“ ist der erste Katechismus, also das erste Handbuch zur Unterweisung in Fragen des christlichen Glaubens, das sich speziell an Jugendliche richtet. Über Inhalt, Ziele und erste Erfolge des „Youcat“ sprach die WP mit dem Briloner Pastor Frank Unterhalt.
Westfalenpost: Ein Katechismus speziell für Jugendliche ist ein Novum in der katholischen Kirche. Ein Novum, das es zu begrüßen gilt?
Unterhalt: Absolut. Der Youcat ist ein echtes Geschenk für die jungen Leute. Wer auf der Suche ist und sich über den Glauben kompetent informieren will, erfährt in diesem lesenswerten Buch die passenden Antworten auf seine Fragen. Der Leser findet auch keine abstrakten Fachbegriffe vor. Vielmehr spricht der Jugendkatechismus eine einfache und jugendgemäße Sprache. Junge Leute haben ja auch selbst daran mitgewirkt. Der Youcat kommt wie gerufen. Denn wir brauchen wirklich ein Buch, das die faszinierende Schönheit unseres Glaubens einfach, klar und übersichtlich vermittelt und quasi den Blick auf das Ganze kurz und kompakt liefert. Ein gutes Stichwortregister sorgt zudem für einen schnellen Zugriff in allen Einzelfragen. Ich habe mich also sehr über das Erscheinen gefreut.
Westfalenpost: Woher kommt die Idee eines Jugend-Katechismus?
Unterhalt: Der Hintergrund des Youcat ist zunächst der so genannte Weltkatechismus, dem dann mit dem Kompendium noch eine Kurzfassung im Frage-Antwort-Stil folgte. Nach den begeisternden Erfahrungen der Weltjugendtage wurde aber auch deutlich, dass es noch ein Werk speziell für die junge Generation brauchte. Dort hatte es ja immer schon die Katechesen der Bischöfe für die jungen Leute gegeben. Das findet im Youcat seine Weiterführung und Vollendung.
Westfalenpost: Sie sprechen es an: Der Youcat besteht aus 527 Fragen und Antworten. Warum wurde diese Form gewählt?
Unterhalt: Nur wer sucht, kann auch finden und nur wer fragt, bekommt Antwort. Diese Form ist sicher eine Hilfe für Menschen, die sich zielgerichtet informieren wollen. Sie ist einfacher zu verstehen und gibt dem Leser eben unmittelbarer Auskunft. Gerade das ist für Jugendliche, die auf der Suche sind, das Wichtigste.
Westfalenpost: Nichtsdestotrotz lassen sich Jugendliche heutzutage doch eher seltener vom christlichen Glauben mitreißen.
Unterhalt: Das würde ich so nicht unterschreiben. Die überaus beeindruckenden Weltjugendtreffen lehren uns eigentlich das Gegenteil. Dort wollen immer wieder Millionen junger Menschen die Botschaft Christi und seiner Kirche aus dem Munde des Heiligen Vaters hören und den katholischen Glauben voller Freude feiern. Mich selbst haben diese Erfahrungen enorm bereichert. Sie spielen aber bestimmt auf die eher schwierige Lage in unserem Land an. Man muss wirklich sagen, dass Deutschland zum Missionsland geworden ist. Viele Menschen sind im praktischen Atheismus versunken und leben so, als ob es Gott nicht gäbe. Dieses Umfeld ist für unsere jungen Leute nicht einfach. Um so mehr haben sie es verdient, dass man ihnen den Glauben wirklich nahe bringt.
Der 304 Seiten starke „Youcat“ entstand unter der Leitung des Kardinals Christoph Schönborn (Wien) und unter Mitwirkung deutschsprachiger Theologen, Religionspädagogen, Priestern und über sechzig Jugendlichen. Die deutsche Ausgabe erschien am 25. März 2011 im Münchner Pattloch-Verlag, zunächst in 15 Sprachen. Geplant ist die Veröffentlichung in 25 Sprachen, darunter auch Chinesisch und Arabisch.
Westfalenpost: Kann der Youcat denn auch was für Erwachsene sein?
Unterhalt: Definitiv. Ich habe das deutlich gemerkt, als ich dieses Thema in einer Sonntagspredigt behandelt habe. Da kamen nicht nur von jungen Leuten positive Rückmeldungen, sondern auch von Erwachsenen. Der Youcat ist natürlich etwas für Interessierte jeden Alters. Und was für Jugendliche gut ist, kann für Erwachsene schließlich nicht schlecht sein.
Westfalenpost: Wo findet der Youcat Niederschlag in Ihrer Gemeindearbeit?
Unterhalt: Wir haben jetzt ein Projekt mit unserer Messdienerleiterrunde begonnen. Ich treffe mich monatlich mit den Teilnehmern zu einem Youcat- Abend. Dort behandeln wir die verschiedenen Themen des Buches. Ich gebe einen Einstieg und leite dann über in einen Austausch. Dabei kommen die Fragen der jungen Leute zur Sprache und auch ihre Erfahrungen mit dem Glauben. So ergibt sich ein tiefes Gespräch mit manchmal wirklich ganz erstaunlichen Beiträgen. Das mündet dann wieder in die Lektüre neuer Abschnitte.
Westfalenpost: Das hört sich nach positivem Feedback an.
Unterhalt: Auf jeden Fall. Bisher war die Resonanz auf den Youcat durchweg sehr erfreulich. Ich bin fest überzeugt, dass dieser Bestseller noch viele Freunde finden und nicht nur junge Leser überraschen und bereichern wird. Wer sich auf ihn einlässt, wird bald merken, wie schön es ist, katholisch zu sein.
13:00
Ich mußte in der Schule im Reli Unterricht als katolische schon Sachen aus dem Katechismus auswendig lernen und das ist 25 Jahre her.
Mir wurde schon oft gesagt das es nicht stimmen würde das ich als katolische aus diesem Buch lernen mußte!
Wie ist das denn jetzt?Stimmt das,das wir katoliken keinen Katechismus hatten?
Bitte um Antwort!!!
MfG Melanie G.