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Jugendherberge

Mehr Gäste, weniger Übernachtungen

08.03.2010 | 16:15 Uhr
Mehr Gäste, weniger Übernachtungen

Brilon. Die Briloner Jugendherberge ist nicht die größte im Verband des Jugendherbergswerkes Westfalen/Lippe (DJH W/L) — aber auch nicht die kleinste. Als erste CO2-neutrale Jugendunterkunft Deutschlands ist sie jedoch einmalig in ihrer Art.

Außerordentlich idyllisch gelegen, rund 2,5 km außerhalb des Stadtkerns in südlicher Richtung des Briloner Golfplatzes am Hölsterloh 3, zeigt sie unmittelbare Nähe zum Rothaarsteig, der mittlerweile bei den Wanderern die Qualität des thüringischen Rennsteiges hat. Auch ins benachbarte Hessen mit Diemel- und Edertalsperre ist es nicht weit.

176 Betten hält die heimische Herberge vor, dazu 5 Tagesräume, die bei Reihenbestuhlung für 60 Personen und bei Konferenzbestuhlung für 30 Personen Platz bieten.

Umweltjugendherberge

Schwerpunktmäßig ist die Herberge als „Umweltjugendherberge” konzipiert. Die Herbergseltern, Ulrich und Dorothee Wenken, bieten spezielle Angebote. „Gut drauf”, „Prima Klima” oder „Graslöwen”: Alles Projekte, die sich mit dem Klima- und Umweltschutz befassen.

Jetzt gab das DJH W/L Zahlen bekannt. Während in der Briloner Herberge 2008 noch 15 839 Übernachtungen gezählt wurden, waren es im letzten Jahr nur noch 15 386. Bei den Gästen aber lagen die Zahlen umgekehrt. 2008 entschieden sich 6 411 Gäste für Brilon, 2009 waren es 6 435 — eine Steigerung, wenn auch nur eine marginale.

Andere Klassengrößen

Wie kommt's? Dorothee Wenken: „Bei den Schulklassen stellen wir ein völlig anderes Verhalten fest. Es wird nicht mehr wie früher für ganze Wochen gebucht, sondern nur noch für halbe. Man kommt entweder von montags bis mittwochs oder von mittwochs bis freitags. Und das mit zunehmender Tendenz. Der Mittwoch ist also An- und Abreisetag. Dann stehen schon mal 300 Personen bei uns auf dem Hof, mit Gepäck und oftmals bei Regen.”

Schaut man in die Gesamtstatistik, so kommt Brilon nach Münster, Biggesee, Bilstein, Freusburg und Dortmund bei den Übernachtungen ganz gut weg. „Zurzeit haben wir keine Zivis mehr”, sagt Dorothee Wenken, obwohl man noch Personal benötige. Allerdings, nur mit Zivis allein könne man in einer Jugendherberge nicht zurechtkommen. Dazu seien die Aufgaben zu komplex.

Da der Start des Rothaarsteiges in unmittelbarer Nähe ist und die Wanderer von hier immerhin bis nach Dillenburg laufen können, kommen immer mehr Familien in die Briloner Jugendherberge. Vor allem aus Holland. „Das beobachten wir schon länger”, sagte Dorothee Wenken. Auch, dass sich viele Familien zu einer Großfamilie zusammenschließen, dass man sich trifft, um ein paar schöne Tage zu verleben, sei in Brilon Usus. Allerdings habe man ebenfalls festgestellt, dass die Schulklassen ihr Mittelmaß von rund 25 Schüler verloren haben. Wenken: „Entweder sind die Klassen klein oder riesig.”

Eines aber ist geblieben: Jeder muss in der Jugendherberge beim Auf- und Abdecken für die Mahlzeiten mit anpacken, die Stuben müssen selber ausgefegt und die Betten selber gemacht werden. Der frühere Spül- und Abtrockendienst allerdings ist vorbei. Herbergsmutter Wenken: „Dafür haben wir heute eine Maschine.”

Ausweis bleibt ein Muss

Ein gültiger Jugendherbergsausweis aber bleibt nach wie vor obligatorisch. „Wir sind ein Mitgliedsunternehmen”, sagt Dorothee Wenken. Diese Ausweise sollten vor dem Besuch einer Jugendherberge besorgt werden, sonst kann's teuer werden. Die Ausweise gibt es bei der Geschäftsstelle des DJH-Landesverbandes W/L in Hagen oder beim DJH-Hauptverband Service GmbH in Detmold.

Paul Roetz

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