„Mehr als nur eine Wunde in der Landschaft“

Bei Regen und Wind wurde am Mittwochnachmittag des Flugzeugunglücks in Elpe gedacht.
Bei Regen und Wind wurde am Mittwochnachmittag des Flugzeugunglücks in Elpe gedacht.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Elper haben in einer bewegenden Gedenkstunde der Opfer des Flugzeugunglücks gedacht.

Elpe..  Mit einer schlichten, aber bewegenden und würdigen Gedenkstunde ist gestern Nachmittag an das Flugzeugunglück vor einem Jahr in Elpe erinnert worden. Der Absturz selbst, die Trauer um die beiden getöteten Piloten, aber auch die stillen Ängste eines jeden Einzelnen und der Dank, dass das Dorf von einer ganz großen Katastrophe verschont wurde – all das kam zum Ausdruck.

Rund 150 Bürger hatten den Weg zum „Krummen Auwer“ gefunden, wo das Gedenkkreuz aus Lärchenholz eingesegnet wurde. Trotz des starken Regens, der Kälte und des ungemütlichen Windes beteten die Elper für die beiden verstorbenen Piloten. Und bei vielen kamen Erinnerungen an jenen Nachmittag vor zwölf Monaten wieder hoch. Zum Schluss sangen alle: „Maria breit den Mantel aus, mach Schutz und Schirm für uns daraus...“. Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer sagte: „Es gibt Tage, bei denen man sich auch nach vielen Jahren noch erinnert, was man gerade gemacht hat. Der 23. Juni 2014 war solch ein Tag für Elpe. Ich war auf der Rückkehr aus dem Urlaub, als mich die Nachricht erreichte. Eine Sekunde nur, und nichts ist mehr, wie es war.“ Der Absturz habe mehr als nur eine Wunde in die Landschaft gerissen. „Zwei Menschen haben ihr Leben verloren, zahllose Einwohner erlebten schreckliche Eindrücke, die sie teils bis heute noch beschäftigen. Sicherheit und Gewissheit des Alltags sind dahin - es ist, als ob einem der Boden unter den Füßen weggezogen wäre.“ Der 23. Juni habe bei den Elpern und im gesamten Stadtgebiet Spuren hinterlassen.

Dank an die Einsatzkräfte

Bürgermeister Fischer und Landrat Dr. Karl Schneider dankten aber auch den zahlreichen Einsatzkräften für schnelle und nachhaltige Hilfe. Schneider: „Der Umgang der Elper mit diesem Flugzeugabsturz ist vorbildlich.“ Mit dieser Gedenkstätte und einer Chronik, die noch in Arbeit sei, werde der 23. Juni nicht in Vergessenheit geraten. Dass sich die Elper weiter mit dem Unglück auseinander setzten, helfe auch bei der Verarbeitung und ebne den Weg in die Normalität. Und etwas Positives sei in dieser Notsituation deutlich geworden. Schneider: „Die Dorfgemeinschaft der Elper funktioniert und sie ist noch enger zusammengewachsen. Diesen Zusammenhalt wünsche ich Ihnen auch für die Zukunft.“

Pfarrer Burkhard Sudbrock segnete das Kreuz. Und Ortsvorsteher Dominik Beule dankte namentlich den vielen Helfern, die an der Errichtung dieser Gedenkstätte beteiligt waren.