MBA-Titel reicht in NRW nicht fürs Amt
30.11.2010 | 15:21 Uhr 2010-11-30T15:21:00+0100
Marsberg.Der Dienstantritt des neuen Beigeordneten Andreas Fresen verzögert sich.
Und zwar aus einem auf den ersten Blick obskuren Grund: Der am 4. November vom Rat gewählte Kandidat Andreas Fresen besitzt durch seinen akademischen Grad „Master of Business Administration“ (MBA) zwar die Befähigung für den höheren Dienst, nicht jedoch in NRW für den darunter angesiedelten und für die Beigeordneten-Funktion notwendige Befähigung für den gehobenen Beamtendienst.
Dies war aufgefallen, nachdem die Stadt die Entscheidung des Rates der Kommunalaufsicht des HSK zur Prüfung vorgelegt hatte.
Nach der ärgerlichen Pleite mit der Doppelbewerbung in der ersten Runde der Beigeordneten-Wahl (die WP berichtete) kann Bürgermeister diesen Stolperstein mit Humor nehmen, denn: „Die Masterstudiengänge wurden vor einigen Jahren neu eingeführt und sind hinsichtlich der Anerkennung von Befähigungen trotz einer bundesweit vereinbarten Dienstrechtsreform noch nicht in allen Bundesländern in den Landesvorschriften umgesetzt worden,“ teilt er in einer Pressemitteilung mit.
Die Mehrheitsentscheidung des Rates sei „sehr wesentlich dadurch begründet“ worden, dass der in Diensten der Stadt Meschede stehende Winterberger über eine „sehr umfangreiche Berufserfahrung in der Kommunalverwaltung verfügt und vielfältige zusätzliche Qualifikationen erworben hat“.
Damit der Beigeordnete in spe die vorgeschriebene formale Befähigung für NRW zuerkannt bekommt, wird er sich im Januar 2011 in einem Anhörungsverfahren dem Landespersonalausschuss vorstellen.
Der Ausschuss kann in diesem regelmäßig angewendeten Verfahren durch Be-schluss die Befähigung feststellen. Dass Fresen diese Hürde schafft, zweifelte Klenner gegenüber der WP nicht an. Er verfüge schließlich über fast 20 Jahre Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung.
10:42
http://de.wikipedia.org/wiki/Höherer_Dienst
Für den direkten Einstieg in den höheren Dienst ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium erforderlich. Dazu zählen die Abschlüsse zum ersten Staatsexamen, Diplom, Magister, Master an einer Universität
http://www.derberufsberater.de/302,1,beamtenausbildung.html
Höherer Dienst
= abgeschlossenes Universitätsstudium bzw. Master
http://www.dbbjnrw.de/sites/aktuelles/09-02-18-AenderungLVO.pdf
http://www.fh-dortmund.de/de/studi/fb/9/studieng/990/start_bfn.php
http://www.mba-verbundstudium.de/
10:42
Na ganz so ist das ja nicht. Herr Fresen arbeitet seit fast 20 Jahren im öffentlichen Dienst und ist ein anerkannter Verwaltungsfachmann. Er ist Personalratsvorsitzender und hält EDV- und NKF-Seminare (Neues Kommunales Finanzmanagement). Er bringt unter anderem Ratsmitgliedern die „NKF“-Betriebswirtschaft näher.
Was soll er eigentlich noch alles erbringen. Seine jahrelange Erfahrung und die abgeschlossenen Studien: Dipl.-Ing., Wirtschaftsing. (Betriebswirtschaft), Informatik und Management (MBA) qualifizieren ihn mehr als ausreichend. Was er nicht besitzt (noch nicht) ist die formale beamtenrechtliche „Befähigung“ für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst. Diese kann er – durch Lebens- und Berufserfahrung – im Januar formal anerkannt bekommen. Den höheren Dienst – als Angestellter – kann er übrigens heute schon bedienen, in allen Laufbahnen und Gehaltsgruppen.
Marsberg würde ein von außen kommender Verwaltungsfachmann und erfahrener Kommunalpolitiker gut tun. Es wir Zeit dafür.
Ich verstehe auch, dass Herr Prümper, der ja gegen Herrn Klenner klar verloren hat und seinen „Mann“ nicht in der Verwaltung postieren konnte, hier auch etwas ängstlich ist. Das zeigen seine Aktionen derzeit ganz deutlich.
07:11
Gibt es überhaupt mal eine Reaktion der Opposition zu diesem Thema oder sind die ersten SPD-Ratsmitglieder während des „an der Wand schlafen“ verstorben?
Ansonsten weiter so in Marsberg! Welche Stadt hat schon so oft Live-Politik-Comedy?
11:57
Das Thema hatte Marsberg schon vor geraumer Zeit. Da war die CDU gegen die Einrichtung eines Beigeordneten und die SPD dafür. Wenn die SPD jetzt wieder einen Beigeordneten will, weil sie nicht anders kann, hätte man in der Vorauswahl die Qualifizierungslücke erkennen müssen und dem entspechend ihren Kandidaten durchbringen können.
09:13
Wer holt sich als BM schon einen Beigeordneten ins Haus, der ihm in allen Belangen (Qualifizierung, Interllekt, etc.) überlegen wäre.
Da würde ich auch lieber einen Herrn Fresen nehmen ;-)!
17:33
Komisch das ein Herr Klenner diesen Kandidaten als überqualifiziert bezeichnet hat. Nun stellt sich heraus das seine Qualifikation nicht mals ausreicht.
Da muss man sich doch die Frage stellen ob nicht ein anderer Bürgermeister die beste Wahl für die Stadt an der Diemel wäre wenn sich der Rathauschef nicht mals mit den Grundlegendsten Dingen auskennt.
Zeit für Neuwahlen!!
16:25
Ein Trauerspiel, und dieser Herr Fresen bekommt einfach nicht die Schnauze voll, er ist doch schon sooft unterlegen - nur sein CDU-Parteibuch und die kath. Konfession haben ihn für Marsberg befähigt, sonst leider gar nix - schlimm schlimm, wie die Bürger verschaukelt werden!
11:50
Lustig, lustig, tralalala bald ist Beigeordnetenwahl!!
Man, man, man was ist das für eine Führungsebene in dieser Stadt? Waren die Wähler des Herrn Fresen eigentlich für die Wahl befähigt? Aber es musste ja sofort jemand zum 1.1.11 anfangen, da waren drei Monate Wartezeit zu viel!
11:30
.....wir hatten doch noch einen zweiten fähigen Kanditaten ( incl. gehobenen Vewaltungsdienstabschluß! ! ) Antritt zum 01.04.11 möglich - bis dahin schafft es Herr Fresen vielleicht!!???
07:59
Wo ist denn das Problem, der Bürgermeister hat doch die Befähigung zum gehobenen Dienst. Vielleicht sollten die Beiden die Positionen tauschen, wenn´s hilft...