Macht Fuchsjagd Sinn?

Fuchsjagd..  Fuchsjagd liest man als Aufruf in mehreren Ausgaben der WP. Nur muss man sich fragen, ist das derzeit sinnvoll? Die Fuchsjagd im Februar dieses Jahres macht man, weil man es in den Jahren vorher schon immer so gemacht hat. Allerdings frage ich die Jägerschaft, warum in diesem Jahr?


2014 war ein Mäusejahr. Mäuse, die durch natürliche Feinde nicht in den Griff zu bekommen waren. Mäuse, die Laubholzpflanzen ober- und unterirdisch so stark befressen hatten, dass die Pflanzen abstarben, ein Schaden, der für den einzelnen Waldbesitzer im hohen vierstelligen Bereich gelegen hat. Das Problem einer hohen Mäusepopulation wird auch im Frühjahr 2015 noch da sein. Warum also den Fuchs bejagen?


Der Fuchs ist der Protagonist, wenn es um den Fang von Mäusen geht. Wenn man mal beobachtet hat, wie die Fähe mit vielen Mäuseschwänzen rechts und links aus dem Fang (Gebiss) hängend zum Bau mit Jungfüchsen zurückkehrt, kann man die Bedeutung der Füchse zur Mäusebekämpfung nachvollziehen. Die Maus ist die Beute Nummer Eins im Sauerland. Hase, Fasan oder Kaninchen als Nahrungsspektrum gibt es in unseren Hochlagen nicht oder nur in geringen Populationsdichten. Der Fuchs ist der Mäusejäger bei uns, neben der Wildkatze, die leider nur in ganz geringer Zahl bei uns wieder vorkommt.


Eigentlich sollten die Hegeringverantwortlichen diese biologischen Zusammenhänge kennen. Dennoch wird zur Fuchsjagd im Februar geblasen, weil man es schon immer so macht. Kann man nicht von den jagdlichen Organisatoren verlangen, dass die Jagd als Teil der Naturnutzung den biologischen Verhältnissen angepasst und entsprechend ausgeübt wird? Jagd ist kein Selbstzweck, Jagd hilft Schäden am Wirtschaftsgut Wald/Feld zu vermeiden. Eine Fuchsjagd zur Zeit einer Mäuseplage ist absolut kontraproduktiv.


Ulrich Cramer
Winterberg